FC Augsburg - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

Die Überlebenskünstler des FC Augsburg haben im Abstiegskampf ein beeindruckendes Ausrufezeichen gesetzt. Die Schwaben können nach einem hochverdienten 2:0 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga nach dem 29. Spieltag sogar wieder auf den direkten Klassenverbleib hoffen. Der bärenstarke Südkoreaner Dong-Won Ji erzielte am Sonntagabend mit seinem ersten Doppelpack in einem turbulenten Spiel im ausverkauften Augsburger Stadion beide Treffer (27. Minute/55.).

Der FCA liegt damit auf dem Relegationsplatz mit 27 Zählern nur noch drei Punkte hinter Fortuna Düsseldorf. Eintracht-Trainer Armin Veh verpasste es dagegen in seiner Heimatstadt Augsburg, mit Aufsteiger Frankfurt einen großen Schritt Richtung internationales Geschäft zu machen. Die Hessen bleiben trotz einer schwachen Leistung als Sechster aber auf einem Europa-League-Rang.

Für die überlegenen Gastgeber verschoss Jan-Ingwer Callsen-Bracker sogar einen Foulelfmeter (32.). Zahlreiche weitere vergebene Chancen rächten sich nicht - die Elf von Trainer Markus Weinzierl wurde nach einem ihrer besten Saisonspiele mit drei Punkten belohnt und von den Fans gefeiert. Nach seinem Sprint auf den Platz nach dem Schlusspfiff riefen die Anhänger Weinzierls Namen und feierten den jungen Coach. "Es ist alles möglich. Wenn wir so spielen, können wir auch den direkten Klassenerhalt schaffen", sagte FCA-Profi Jan Moravek. "Wir haben gezeigt, dass wir eine starke Rückrunde spielen."

Nach anfänglicher optischer Überlegenheit der Gäste erarbeiteten sich die Augsburger nach einer zehnminütigen Aufwärmphase langsam die Kontrolle über das Spiel. Die beste Chance bot sich Paul Verhaegh in der 16. Minute. Doch der FCA-Kapitän traf nach schönem Zuspiel von Sascha Mölders nur die Latte. Wenig später wurde die Elf von Trainer Markus Weinzierl dann belohnt. Dong-Won Ji narrte die Eintracht-Abwehr und schoss aus halbrechter Position Richtung Oka Nikolov. Abwehrspieler Anderson fälschte unhaltbar für den Routinier im Frankfurter Tor ab.

Die nächste Schrecksekunde für Frankfurt: Mittelfeldantreiber Alex Meier humpelte verletzt raus, für ihn kam Stefano Celozzi. Den Bruch im Spiel konnten die Hessen nicht mehr kitten. Im Gegenteil: Augsburg kam zu mehreren großen Torchancen, ging allerdings zunächst fahrlässig damit um. Callsen-Bracker vergab einen Elfmeter, Jan Moravek wurde im letzten Moment von Frankfurts Abwehrspieler Carlos Zambrano geblockt (42.). Tobias Werner zögerte zu lange (43.). Einem regulären Tor von Ji verweigerte Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) wegen angeblichen Foulspiels die Anerkennung.

Die ambitionierten Hessen fanden auch nach dem Wechsel nie so richtig ins Spiel. Augsburg zeigte mehr Herz, mehr Leidenschaft – vor allem aber den besseren Fußball. Erst eine Minute war in der zweiten Hälfte gespielt, als Zambrano als letzter Mann kurz vor dem Strafraum ausrutschte. Mölders ließ das großzügige Geschenk aber aus.

Die bange Frage bei den bis zum Ende euphorisierten und sangesfreudigen FCA-Fans war zu dem Zeitpunkt: Rächt sich diese Torchancenverschwendung später doch noch? Nicht an diesem Tag. Der vom AFC Sunderland ausgeliehene Ji ließ bei seinem Treffer zum 2:0 Nikolov keine Abwehrmöglichkeit.

FC Augsburg: Manninger – Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek – Baier - Hahn, Moravek (86. de Jong), Ji, Werner (68. Vogt) – Mölders (79. Oehrl)

Eintracht Frankfurt: Nikolov – Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode – Aigner, Meier (29. Celozzi), Inui – Lakic (46. Matmour)

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken) - Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Ji (27.), 2:0 Ji (55.)

Gelbe Karten: Baier (8), Callsen-Bracker (4), Klavan (5) / Celozzi (2), Jung (5)