Uli Hoeneß hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung eine Millionen-Kaution zahlen müssen, um auf freien Fuß zu kommen. Der Präsident des FC Bayern München sei am 20. März vorläufig festgenommen worden. Gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro sei der Haftbefehl kurz darauf außer Vollzug gesetzt worden, berichtete die Zeitung. Der Nachrichtenagentur dpa wurde der Haftbefehl von der Münchner Justiz bestätigt, die Anwälte von Hoeneß äußerten sich bislang nicht.

Hoeneß musste dem Blatt zufolge für seine Freilassung bestimmte Auflagen erfüllen. So habe er sich in den vergangenen Wochen zweimal pro Woche bei den Behörden melden müssen, was nach Angaben der SZ inzwischen wieder aufgehoben wurde. 

Der Grund für den Haftbefehl ist noch nicht bekannt. Die Ermittler seien am 20. März mit einem Haftbefehl zu einer Hausdurchsuchung zu Hoeneß gekommen, so die Zeitung. Die Justiz soll ursprünglich sieben Millionen Euro an Kaution gefordert haben, damit der 61-Jährige frei bleiben kann.  

Festnahme nach Selbstanzeige ungewöhnlich

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung . Der Präsident des FC Bayern soll versteuertes Geld in der Schweiz gelagert und damit spekuliert haben. Die bei Gewinnen fällige Kapitalertragssteuer habe er aber nicht gezahlt und das Konto hielt er vor dem deutschen Fiskus geheim. Hoeneß hatte sich im Januar deshalb selbst angezeigt.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem fraglichen Geld um insgesamt 20 Millionen Mark (gut 10,2 Millionen Euro), die Hoeneß im Jahr 2000 vom damaligen Chef des Sportartikelherstellers Adidas , Robert Louis-Dreyfus, erhalten haben soll. Fünf Millionen Mark seien von Louis-Dreyfus direkt überwiesen worden, fünfzehn Millionen seien eine Bürgschaft für einen Kredit gewesen. Die Zahlung wäre auch deshalb brisant, weil Adidas sich nur ein Jahr später mit zehn Prozent am FC Bayern beteiligte.

Dem Bericht zufolge ist ein Haftbefehl nach einer Selbstanzeige ungewöhnlich. Es sei ein ernster Hinweis, dass diese von Hoeneß im Januar beim Finanzamt wegen eines Kontos in der Schweiz erstattete Selbstanzeige möglicherweise nicht strafbefreiend sein kann.