ZEIT ONLINE: Herr Tekce, am Wochenende sind Sie mit dem SV Kickers Wahnbek Bundeskreisligameister geworden. Sie sind, wenn auch inoffiziell, der beste Kreisligist des Landes. Wie ist das so?

Nihat Tekce: Ich habe mir schon jetzt zig Mal die Videos und Bilder angeschaut. Jedes Mal, wenn ich an das Turnier denke, habe ich ein Lächeln im Gesicht – an dieses Wochenende werde ich mich für immer erinnern. 

ZEIT ONLINE: Bei dem Turnier traten neun der besten Kreisligisten Deutschlands gegeneinander an. Einige haben in der regulären Saison kein Spiel verloren.

Tekce: Genau, wir waren alle bereits als Gewinner angetreten – schließlich konnte jede Mannschaft zuvor in ihrer Liga den Aufstieg feiern. Für jeden war es dann eine Erfahrung, zu sehen, was andere Kreisligameister so drauf haben. Für uns Hobbykicker war das insgesamt ein Riesending. Alle Vereine haben ihren Anhang mitgebracht, obwohl viele eine sehr weite Anreise hatten, die Stimmung war fantastisch. 

ZEIT ONLINE: Ihre Mannschaft hat alle 28 Saisonspiele gewonnen, hat 180 Tore geschossen, es gab nur 13 Gegentore. War der Siegeszug nicht manchmal langweilig?

Tekce: Es war nicht so, dass wir jedes Spiel haushoch gewonnen haben – einige Spiele standen echt auf der Kippe, manchmal haben wir erst in letzter Minute das Siegtor gemacht. Aber diese Momente haben uns als Mannschaft dann noch mehr zusammengeschweißt.


ZEIT ONLINE: Warum ist Ihre Mannschaft so gut?

Tekce: Wir verstehen uns nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz richtig gut. Das ist für mich besonders wichtig und das macht den Erfolg auch zum größten Teil aus. Wir haben eine richtig gute Mischung, von den sportlichen Qualitäten, aber auch von den Charakteren. Aber es gibt keine Gruppenbildung, wie ich es bei anderen Vereinen auch schon erlebt habe.

ZEIT ONLINE: Das Turnier um die Meisterschaft haben Sie mit 10:0 Toren wieder souverän für sich entschieden.

Tekce: Wir haben einen Supertag erwischt. Die Null steht da zurecht. Wir standen hinten sehr gut und vorne hat es auch gepasst.

ZEIT ONLINE: Hatten Sie wenigstens im Finale einen erhöhten Puls?

Tekce: Zu Beginn war er recht hoch, das muss ich gestehen. Zumal das Finale ein Geduldsspiel war und wir auch noch einen Elfmeter verschossen haben. Nach zehn Minuten habe ich bemerkt, dass wir das Spiel im Griff haben – und spätestens nach der Führung war mir klar, dass wir den Titel gewinnen.