ZEIT ONLINE: Senhor Fernandes, haben Sie sich das vor ein paar Wochen so ausgemalt, dass vor Ihrem frisch renovierten Stadion nicht gefeiert, sondern demonstriert wird?

Daniel Hopf Fernandes: Der Protest richtet sich ja nicht gegen den Fußball oder die Stadien. Die Leute sind beunruhigt, dass die Regierung nicht die gleiche Energie für den Bau von Krankenhäusern oder Schulen aufwendet wie für diese Stadien. Dabei kann man doch das eine tun, ohne das andere zu lassen.

ZEIT ONLINE: Viele Leute sehen da aber einen Zielkonflikt.

Fernandes: Es ist ein freies Land. (lacht) Es ist doch klar, dass man als Demonstrant einen gut sichtbaren Anlass sucht, und da ist ein Confederations-Cup-Spiel gut geeignet.

ZEIT ONLINE: Aber Sie müssen doch persönlich ein bisschen enttäuscht sein.

Fernandes: Ein bisschen. Ich bin nicht traurig wegen der Proteste an sich – aber in diesem Augenblick, wo wir eigentlich den Confederations Cup feiern könnten, werden uns nun all die Probleme in unserem Land sehr gegenwärtig. Aber das ist nichts Falsches. Diese Dinge sind wichtiger als die Copa.