Schweden - Deutschland 0:1 (0:1)

Die deutsche Fußball-Frauennationalmannschaft hat Gastgeber Schweden im Halbfinale der Europameisterschaft besiegt. Die oft kritisierte Spielmacherin Dzsenifer Marozsan schoss in der 33. Minute das 1:0 (1:0). Für den Rekord-Europameister ist es das sechste EM-Finale in Serie.

Die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid trifft im Endspiel am kommenden Sonntag entweder auf Norwegen oder Dänemark. Die beiden Teams bestreiten das zweite Halbfinale am Donnerstag.

Verzichten musste Neid in der Startelf auf die angeschlagene Stümerin Célia Okoyino da Mbabi, die zuvor zwei Turniertreffer erzielte. Die 25 Jahre alte Stürmerin hatte sich beim 1:0 im Viertelfinale gegen Italien eine Oberschenkelzerrung zugezogen. Für Okoyino da Mbabi rückte Anja Mittag in die Sturmspitze. Marozsan kehrte auf die Spielmacher-Position zurück. 

Der Titelverteidiger ließ sich von der Kulisse im ausverkauften Stadion Gamla Ullevi nicht beeindrucken. Die DFB-Elf begann konzentriert und spielfreudig. Die Schwedinnen hatten in der ersten Viertelstunde Mühe, sich zu sortieren. Das brachte Chancen für die deutsche Mannschaft: Leonie Maier (6./7.) hatte gleich zweimal Pech. Ihr erster Schuss wurde von Jessica Samuelsson abgelenkt, die von Maier anschließend getretene Ecke prallte an den kurzen Pfosten. 

Beide Mannschaften spielten offensiv und versuchten das Führungstor zu erzielen. Marozsan (10.) köpfte zunächst über das schwedische Tor. Vier Minuten später kam sie nach einem Pass von Simone Laudehr gegen Torhüterin Kristin Hammerström einen Schritt zu spät. Anschließend klärte Sara Thunebro (15.) einen Schuss von Annike Krahn.  

Die Schwedinnen konnten sich dann zunehmend durchsetzen. Lotta Schelin (16.), die bei der Heim-EM schon fünfmal getroffen hatte, verfehlte das Tor von Nadine Angerer um Zentimeter. Im Minutentakt ging es weiter: Mittelfeldspielerin Josefine Öqvist (22.) traf nach einem Konter zunächst das Außennetz und scheiterte dann an Angerer (26.). 

Nach einer Kombination über Nadine Keßler und Anja Mittag spitzelte Marozsan (33.) den Ball vorbei an der herauseilenden Hammerström ins Netz. Laudehr (41.) hatte kurz vor der Pause mit einem Kopfball Pech, als Hammerström gemeinsam mit dem Pfosten das 2:0 verhinderten.

Die Schwedinnen, die noch nie ein großes Turnierspiel gegen Deutschland gewannen, drängten nach dem Wechsel vergeblich auf den Ausgleich. Die Deutschen konterten. So konnte sich Mittag (60.) die Ecke frei vor Hammerström aussuchen, schoss der schwedischen Torfrau aber in die Arme. In der 62. Minute kam Jubel im Stadion auf, als Schelin DFB-Keeperin Angerer mit einem Schuss zum vermeintlichen Ausgleich überwand. Doch die Schweizer Schiedsrichterin Esther Staubli pfiff die Aktion wegen eines vorangegangenen Foulspiels an Krahn ab.

Glück hatte Angerer, als Öqvists Schuss (70.) an den Pfosten klatschte. Als auch die turbulenten Schlussminuten überstanden waren, kannte der deutsche Jubel keine Grenzen mehr.

Schweden: K. Hammarström (Göteborg FC) - Samuelsson (Linköpings FC - 82. Dahklvist/Tyresö FF), Fischer (Linköpings FC), Rohlin (Linköpings FC), Thunebro (1. FFC Frankfurt) - Öqvist (Kristianstads DFF - 74. Jakobsson/FC Chelsea), Seger (Tyresö FF), M. Hammarström (KIF Örebro), Göransson (Turbine Potsdam - 65. Sjögran/FC Malmö) - Asllani (Paris St. Germain), Schelin (Olympique Lyon)

Deutschland: Angerer (Brisbane Roar) - Maier ( Bayern München ), Krahn (Paris St. Germain), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine Potsdam) - Keßler ( VfL Wolfsburg ), Goeßling (VfL Wolfsburg) - Lotzen (Bayern München - 78. Leupolz/SC Freiburg), Marozsan (1. FFC Frankfurt - 89. Schmidt/1. FFC Frankfurt), Laudehr (1. FFC Frankfurt) - Mittag (FC Malmö)

Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz)

Zuschauer: 16.608

Tor: 0:1 Marozsan (33.)

Gelbe Karte: Fischer / Laudehr

Beste Spielerinnen: Öqvist, Schelin / Laudehr Marozsan