Italien – Deutschland 0:1 (0:1)

Deutschlands Fußballfrauen stehen im Halbfinale der Europameisterschaft. Simone Laudehr bescherte dem Titelverteidiger mit ihrem Siegtor in der 27. Minute den Viertelfinalsieg gegen Italien .

Vor 9.265 Zuschauern in der Växjö-Arena präsentierte sich die DFB-Elf wesentlich engagierter und konzentrierter als beim 0:1 gegen Norwegen zum Vorrundenabschluss. "Wir haben gegen kampfstarke, ausgebuffte Italienerinnen gut dagegengehalten und gekämpft bis zum Umfallen", sagte die Trainerin Silvia Neid .

Am kommenden Mittwoch kommt es in Göteborg zum Klassiker zwischen dem Rekord-Europameister und den Skandinavierinnen, die auf ihren Heimvorteil setzen. "Die Schwedinnen sind eine ganz starke Mannschaft, der absolute Topfavorit", sagte Neid.

Veränderte Aufstellung gegen Italien 

Erstmals seit Langem bot Neid die Spielmacherin Dzsenifer Marozsan nicht in der Startelf auf. Ihre zentrale Position übernahm die erfahrenere Anja Mittag, vor der sich die Bundestrainerin mehr Toraktionen versprach. Marozsan kam in der zweiten Hälfte ausgeruht auf das Feld. Für die junge Melanie Leupolz stürmte Simone Laudehr über die linke Offensivseite. Und Jennifer Cramer verteidigte nach ihrer gegen Norwegen (0:1) abgesessenen Gelbsperre wie gewohnt links. Auch die zuletzt erkältet pausierende Lena Goeßling war wieder dabei. Personalrochaden, die am Ende goldrichtig waren.

Vor den Augen der DFB-Spitze mit dem Präsidenten Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock sowie dem ehemaligen DFB-Chef Theo Zwanziger entwickelte sich trotz großer Hitze ein gutes Spiel. Die DFB-Elf erspielte sich schnell Vorteile. Mittag (5.) traf nach einem Freistoß von Goeßlich den Ball mit dem Kopf nicht richtig, sodass er am langen Eck vorbeistreifte. Zwei Minuten später kam auch Laudehr, die auf der linken Seite für einige Belebung sorgte, nach einer Ecke von Celia Okoyino da Mbabi mit dem Kopf nicht richtig hinter den Ball.

Nach der nächsten Standardsituation machte es Laudehr besser. Diesmal traf Goeßling die Ecke, und die italienische Abwehr brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone. So versuchte es Laudehr aus dem Gewühl heraus und traf zum verdienten 1:0. Die beste Ausgleichschance vor der Pause für die kampfstarken Italienerinnen vergab Elisa Camporese (36.) per Kopf. Ein Schuss von Daniela Stracchi (43.) hielt die deutsche Keeperin Nadine Angerer sicher.

Die gefährliche Stürmerin Patrizia Panico war bei der deutschen Innenverteidigung auch in der zweiten Spielhälfte gut aufgehoben und konnte kaum Akzente setzen. Die eingewechselte Marozsan sorgte mit Wut im Bauch noch einmal für neuen Schwung im DFB-Team. Ihren Knaller in der 64. Minute konnte Italiens Torfrau Chiara Marchitelli jedoch parieren, kurz darauf zielte Marozsan neben das Gehäuse. In der Schlussviertelstunde kontrollierte das DFB-Team das Geschehen und ließ gegen die Italienerinnen, die noch nie ein Pflichtduell mit Deutschland gewinnen konnten, kein Gegentor zu und hätte sogar höher gewinnen können.

Im ersten Spiel der Runde der letzten Acht am Nachmittag in Halmstad waren die Schwedinnen mühelos mit einem 4:0 (3:0)-Sieg gegen Island zum ersten Mal seit 2005 ins EM-Halbfinale eingezogen. Die Tore für die Mannschaft von Pia Sundhage im ausverkauften Stadion Örjans vall erzielten Marie Hammarström (3.), Josefine Öqvist (14.) und Lotta Schelin (19./59.), die nach ihrem Doppelpack allein die Torschützinnenliste mit fünf Treffern anführt.

Italien: Marchitelli (UPC Tavagnacco) - Bartoli (Torres Calcio Sassari), Salvai (Rapid Lugano - 70. Di Criscio/CF Bardolino Verona), D'Adda (ACF Brescia), Manieri (Torres Calcio Sassari) - Tuttino (UPC Tavagnacco), Stracchi (Torres Calcio Sassari), Parisi (UPC Tavagnacco - 75. Mauro/UPC Tavagnacco) - Gabbiadini (CF Bardolino Verona), Panico (Torres Calcio Sassari), Camporese (UPC Tavagnacco - 46. Ianella/Torres Calcio Sassari)
Deutschland: Angerer (Brisbane Roar) - Maier ( Bayern München ), Krahn (Paris St. Germain), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine Potsdam) - Goeßling ( VfL Wolfsburg ), Keßler (VfL Wolfsburg) - Lotzen (Bayern München), Mittag (FC Malmö - 52. Marozsan/1. FFC Frankfurt), Laudehr (1. FFC Frankfurt) - Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt - 68. Däbritz/SC Freiburg)
Schiedsrichterin: Kulcsar (Ungarn)
Zuschauer: 9.265
Tor: 0:1 Laudehr (26.)
Gelbe Karten: Di Criscio, Parisi, Salvai, Stracchi, Tuttino / -
Beste Spielerinnen: Gabbiadini, Marchitelli / Laudehr, Keßler