Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die erste Pokalrunde (alle Ansetzungen hier) ist, so könnte man meinen, ein kulturelles Begegnungszentrum. Die kleine Fußballwelt empfängt die große, Fans und Spieler der Bundesligisten fahren aus der speckgürteligen Urbanität raus aufs Land. Jederzeit, so glaubt man, könnte sich das Milchvieh in den Strafraum verirren. Doch das stimmt nicht. Die meisten Dorfvereine verlegen ihr Heimrecht in die Arenen nahegelegener Städte, um mehr Tickets zu verkaufen. Auch wenn sie wollten, dürften die meisten nicht bleiben, die Auflagen des DFB und der TV-Sender sind zu hoch. Doch im südbadischen Bahlingen wurde früh gehandelt. Straßensperren, Notstromaggregate, ein provisorischer Gästeblock: Alles ist vorbereitet, damit der Anpfiff gegen den VfL Bochum vor ihren Haustüren und Scheunentoren ertönt. Ins Mittelgebirge Kaiserstuhl liegt ihre 4.000-Seelen-Gemeinde gebettet, beschaulich und ruhig, von Weinbergen umarmt. Das Stadion, wie gemacht, fasst 4.000 Zuschauer. Platzwart Fritz Adler hat schon den Rasen gemäht. Hier stimmt die Kulisse. Den Bochumern wird das gefallen, zum ersten Mal atmen sie frische Luft.

Welches Spiel dürfen Sie guten Gewissens verpassen?

Man ist immer für die Dorfvereine und hofft darauf, dass immerhin irgendein Stürmer bauernschlau genug ist, um einem der großen Torhüternamen ein Ei ins Nest zu legen. Ob FV Illertissen gegen Eintracht Frankfurt, TSG Neustrelitz gegen SC Freiburg oder FC Nöttingen gegen Schalke 04 – all diese Spiele seien Ihnen herzlich empfohlen. Langweilig, geradezu witzlos, wird es allerdings, wenn zwei Dorfvereine im direkten Duell aufeinandertreffen. Von der Partie SG Aumund-Vegesack gegen TSG Hoffenheim raten wir Ihnen daher dringend ab.

Wer steht im Blickpunkt?

Hartmut Bloch, Bürgermeister der Samtgemeinde Rehden, wo der BSV Schwarz-Weiß vor Wochen das große Los gezogen hat. Ihr Heimspiel gegen Bayern München haben die Rehdener ins 70 Kilometer entfernte Osnabrück verlegt, knapp 17.000 Karten waren schnell vergriffen: ausverkauft. Hartmut Bloch wird die Tour in einem der zahlreichen Fanbusse bestreiten. Damit er bei all der Aufregung die Tickets nicht vergisst, hat er seine Frau gebeten, ihn zu begleiten, Münchens Ensemble gegen seine Dorftruppe, das will er auf keinen Fall verpassen. Dabei ist die spannendste Frage des Spieltags, wen Bayerns Trainer Pep Guardiola auflaufen lässt. Denn es wird wohl die Stammformartion für die Bundesliga sein, die Tage darauf beginnt. Weil er nur elf seiner unzähligen wertvollen Spieler aufs Feld schicken kann, wird er mehr Geld auf der Bank parken, als Uli Hoeneß es je getan hat. Wobei es die Anklageschrift, so fair muss man sein, ja noch abzuwarten gilt.