In den vergangenen Wochen sind in Katar laut einem Bericht des Guardian viele Einwanderer aus Nepal bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Die Rate der Todesfälle ist nach Angaben der Zeitung mittlerweile auf einen pro Tag gestiegen. Die Arbeitsbedingungen glichen – beurteilt nach Maßstäben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO – sklavenhalterähnlichen Zuständen. Viele empörten sich mittlerweile über  andauernd extreme Arbeitsbedingungen.

Katar soll 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Laut Guardian ergab die Recherche, dass bei den Infrastruktur-Bauprojekten für die WM auch Zwangsarbeiter beschäftigt werden. Einigen Arbeitern sei monatelang der Lohn vorenthalten worden. Arbeitgeber hätten systematisch Pässe einbehalten und sich geweigert, sie auszuhändigen. Sie hätten die Arbeiter so zu Illegalen gemacht.

Arbeiter berichteten dem Guardian, ihnen sei verweigert worden, während der Arbeit in großer Wüstenhitze Wasser zu trinken. In Schlafquartieren müssten sich bis zu zwölf Arbeiter einen Raum teilen. Viele seien krank geworden. Einige hätten geschildert, sie wären zur Arbeit gezwungen worden, ohne Geld zu erhalten, dann hätten sie um Nahrung betteln müssen. 


Bruch von Auflagen nicht geduldet

Mehr als 30 Arbeiter hätten in der Botschaft Nepals Zuflucht gesucht, hieß es in dem Bericht. Es sehe danach aus, dass eine der reichsten Nationen der Welt eines der ärmsten Völker ausnutzt, um sein Land WM-tauglich zu machen. 

In Katar sind den Angaben nach mehr als 90 Prozent der Arbeiter Einwanderer. Derzeit sucht das Land 1,5 Millionen neue Arbeitskräfte für den Bau von Stadien, Häfen und Hotels.  

Eines der verantwortlichen Unternehmen, die Lusail Real Estate Development Company, teilte mit, der Bruch von Gesundheits- und Sicherheitsauflagen werde nicht geduldet. Kontinuierlich instruiere man alle Vertragspartner und Subunternehmen, welche Erwartungen an die Vertragsgestaltung das Unternehmen stelle.

Das Organisationskomitee Katars (Q22) äußerte sich "zutiefst besorgt" angesichts der berichteten Zustände. Die örtlichen Verantwortlichen seien mit einer Untersuchung beauftragt.