Fazit

War’s das jetzt? Ist die Meisterschaft schon durch? Jetzt schon, im November? Es sieht alles danach aus. Der FC Bayern ist einfach zu gut. Auch zu gut für Borussia Dortmund, die unbestritten zweitbeste Mannschaft des Landes. 0:3 hieß es am Ende, wahrscheinlich ein Törchen zu hoch. Aber hoch genug, um eigentlich keine Fragen mehr offen zu lassen.

Dabei war das Spiel lange ausgeglichen. Der Unterschied: Guardiola kann Spieler wie Götze oder Thiago einwechseln. Diesen Luxuskader hat der BVB nicht. Götze, der Rückkehrer, wurde erst ausgepfiffen und machte dann das erste Tor, Thiago leitete mit einem feinen Pass das zweite Tor ein.

Und nun? Dass die Bayern einbrechen ist so wahrscheinlich wie zwei Tage Sonnenschein im November. Und Schach ist auch vorbei. Was machen wir Sportjournalisten jetzt? Und was machen Sie Sportfreunde? Gut, dass mein Kollege Oliver Fritsch, dessen Spielreportage Sie am Sonntagvormittag bei uns lesen können, immer eine Lösung hat:

Vorbemerkungen:

Endlich wieder Fußball, dem Himmel sei Dank! Oder waren Sie auch im Schach-Fieber? Haben Stunden vor den Live-Streams verbracht und mitgeschaut, mitgezittert, mitgerechnet? Haben gesehen, wie dieser 22-jährige Norweger namens Magnus Carlsen zum Rockstar wurde, weil er nicht nur schlau ist, sondern nach seinem Sieg auch in den Hotelpool springt? Schön für Sie. Ich nicht.

Ich fühlte mich in der vergangenen Woche wie ein Aussätziger. Ich kann kein Schach. Für mich ist dieses Spiel ein Mysterium, in etwa so wie Häkeln oder Finnisch. Ich habe nie gespielt, niemand hat es mir beigebracht. Ich habe mal Dame probiert, die kleine Schwester des Schachs. Eine sehr kleine Schwester, glaube ich. Ich habe immer vergessen zu schlagen, nicht weil ich so nett war, sondern so schusselig. Und wurde immer gepustet.

Ich bin also beruhigt, dass gleich Fußball gespielt wird. Weniger Schach geht ja nicht, denkt man bei Fußball. Dort das Spiel des Kopfes, hier das Spiel der, tja, Füße? Doch, wer einmal Schach und Fußball googelt, merkt: Das täuscht. Da findet man nicht nur Lukas Podolskis Bonmot: "Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel." (Er hat das übrigens gar nicht gesagt, sondern von einem lustigen Medienmenschen in den Mund gelegt bekommen.) Auch Felix Magath, passionierter (und gerade irgendwie auch pensionierter) Schachspieler sagt, dass Fußball viel schwieriger und komplexer ist als Schach. So so.

Wahrscheinlich hat er dabei an Pep Guardiola und Jürgen Klopp gedacht, die zwei Großmeister der Fußballtaktik, denen fahrlässigerweise noch keine Elo-Zahl verpasst wurde. Wenn heute also der BVB auf den FC Bayern trifft, dann ist das nicht nur das Spitzenspiel der Bundesliga, auf das alle schon seit Saisonbeginn warten, sondern auch jede Menge Rasenschach. Das klang für mich bisher stets nach Langeweile. Doch das stimmt nicht. Beim Schach kann es richtig zur Sache gehen, es kann sogar ein wahres Gemetzel sein. Habe ich gelesen.

Wir werden sehen, um 18.30 Uhr ist Anpfiff, bis dahin unterhalten wir sie mit Musik. Der Kaiser. Also der Roland. Der Magnus Carlsen des deutschen Schlagers.