Olympique Marseille – Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

Kevin Großkreutz hat Borussia Dortmund nach langem Zittern doch noch ins Achtelfinale der Champions League geschossen. Großkreutz erzielte drei Minuten vor Schluss den Siegtreffer des BVB zum 2:1 bei Olympique Marseille und bescherte Dortmund damit zum Abschluss der Gruppenphase gerade noch das Weiterkommen. Bei einem Unentschieden wäre alles aus gewesen, nun zieht der BVB gar als Gruppensieger vor dem FC Arsenal und dem SSC Neapel (alle 12 Punkte) ins Achtelfinale ein.

Doch Borussia ließ seine Fans lange warten. Als der SSC Neapel im Parallelspiel gegen den FC Arsenal in Führung ging, wurde es für die Dortmunder richtig eng. Damit hätte ihnen ein Unentschieden nicht mehr zum Weiterkommen gereicht. 

Bei Dortmunds Trainer Jürgen Klopp war im Stade Velodrome mal wieder Improvisationskunst gefragt. Zwar meldete sich Nuri Sahin trotz eines Außenband-Teilrisses im Knöchel rechtzeitig fit, doch mit Mats Hummels, Neven Subotic, Marcel Schmelzer, Ilkay Gündogan und Sven Bender fehlten gleich fünf Stammkräfte. Da der kurzfristig verpflichtete Routinier Manuel Friedrich zudem nicht spielberechtigt war, kam der erst 18-Jährige Marian Sarr zu seinem Debüt in der Champions League.

Doch als hätte es all die Enttäuschungen und Rückschläge der letzten Wochen nicht gegeben, legte der BVB einen Traumstart hin. Nach nur 206 Sekunden traf Lewandowski nach einem Steilpass von Erik Durm zur Führung. Die erhoffte Sicherheit stellte sich im Spiel der Gäste aber nicht ein. Wie so oft in dieser Saison kassierte der BVB ein Gegentor nach einer Standardsituation. Und dabei machte ausgerechnet der seit Monaten so zuverlässige Weidenfeller den Fehler, als Saber Khelifa vor dem Keeper an den Ball kam und an die Latte köpfte. Den Abpraller musste Diawara nur über die Linie drücken (14.). Allerdings stand der Verteidiger im Abseits, der Treffer hätte nicht zählen dürfen.

In der Folgezeit kontrollierten die Dortmunder zwar weitgehend das Spiel, doch die Präzision fehlte. Hinzu kam ein Gegner, der sich ehrenwert aus der Königsklasse verabschieden wollte. Erst am Wochenende hatte sich Oympique nach neun Niederlagen aus den letzten 13 Pflichtspielen von Trainer Elie Baup getrennt, stattdessen übernahm Manager José Anigo interimsweise die Verantwortung. Der schüttelte den Kopf, als Payet wegen einer vermeintlichen Schwalbe vom Platz gestellt wurde. Zwar hob der Franzose spektakulär ab, eine Berührung von Sahin hatte es beim Zweikampf aber gegeben.   

Im zweiten Durchgang erhöhten die Dortmunder das Tempo und hatten gleich die große Chance zur Führung. Doch das Zuspiel von Henrich Mchitarjan auf den völlig frei stehenden Lewandowski war zu ungenau (46.). Kurz darauf scheiterten Jakub Blaszczykowski mit einem Kopfball und Marco Reus mit einem Pfostenschuss (57.).

Doch die größte Chance ließ Lewandowski liegen, als er den Torhüter schon umspielt hatte, den Ball aber neben das Tor setzte (67.). Und auch Reus traf aus drei Metern nicht das Tor (69.). Doch dann schaffte Großkreutz doch noch den Siegtreffer. 

Olympique Marseille: Mandanda - Fanni, Diawara, Mendes (46. Abdallah), Mendy - Lemina, Cheyrou - Thauvin (79. Imbula), Khalifa (55. Morel), Payet - Gignac

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sarr, Sokratis, Durm - Kehl (78. Piszczek), Sahin - Blaszczykowski (66. Hofmann), Mchitarjan, Reus (78. Schieber) - Lewandowski

Schiedsrichter: Strahonja (Kroatien)

Zuschauer: 35.000

Tore: 0:1 Lewandowski (4.), 1:1 Diawara (14.), 1:2 Großkreutz (87.)

Gelbe Karten: Gignac / Sarr

Gelb-Rote Karten: Payet (34./Unsportlichkeit) / -

Beste Spieler: Mandanda, Diawara / Großkreutz, Sahin