Vor Jahren bin ich einmal in Jordanien auf einem Kamel geritten, das hat wirklich Spaß gemacht. Kamelreiten ist eine alte Form von Fitnesstraining, die seit Jahrhunderten bekannt ist – nur nicht als "Fitnesstraining". Daran muss ich denken, als ich in Eilat, Israel, an einem Ort namens "Camel Farm" vorbeifahre.

Dies ist keine normale Farm, lerne ich schnell, sondern ein Ort, wo man auf Kamelen reiten kann. Man zahlt etwas und reitet auf einem Kamel. Besser als Fahrradfahren im Fitnessstudio, oder?

Bevor ich auf irgendetwas reite, unterhalte ich mich mit Giora, dem Besitzer, der diese Farm vor 27 Jahren gegründet hat.

Die Idee dazu, erzählt er mir, habe er gehabt, als er in der israelischen Armee diente, damals in den sechziger Jahren.

Seine Leidenschaft für Kamele fing schon vor dem Militärdienst an, als er eines schönen Tages ein paar Kamele sah. "Ich dachte, ich könnte sie fangen und vielleicht verkaufen. Aber ich wusste nicht wie, und ein Freund hielt mich für verrückt." Das zweite Mal kam er in der Armee mit Kamelen in Kontakt, als er eines Tages siebzig Kilometer weit reiten musste. "Damals ist mir klar geworden: Kamele sind schlauer als Menschen. Der Mensch denkt, Tiere seien blöd, weil sie nie anrufen oder im Internet surfen, aber das stimmt nicht. Tiere sind schlau."

Wie sind Sie dahinter gekommen?

Na ja, er und ein paar andere Soldaten hatten die Aufgabe, zu einem bestimmten Ort und zurück zu reiten. Sie dachten, der beste Weg sei der am Strand entlang. Sie hatten sogar einen Beduinen dabei, der sie führen sollte.

Weibliche Kamele sind schöner, netter und freundlicher

"Ich bekam mein Kamel und wollte vom Hügel zum Strand runter, aber mein Kamel weigerte sich, zum Strand zu laufen. Ich versuchte es mit dem Zügel – Kamele haben nur einen Zügel –, aber dann drehte sich das Tier im Kreis. Das Kamel wollte einfach nicht zum Strand. Es versuchte sogar, mich zu beißen, weil ich nicht aufgab. Ein verrücktes Kamel. Irgendwann begriff das Kamel, dass ich ein Idiot war, der noch sturer war als es selbst, und ging sieben Stunden lang den Weg, den ich gewählt hatte. Es versuchte immer wieder, mich zu beißen, aber es gehorchte. Auf dem Rückweg sagte ich: Okay, geh deinen Weg! Das tat das Kamel. Wofür wir auf meiner Strecke sieben Stunden gebraucht hatten, schafften wir jetzt in drei. Das Kamel war schlauer als ich."

Nach dem Militärdienst beschloss Giora, diese Farm aufzubauen. "Ich habe mir drei Kamelstuten besorgt."

Wieso gerade weibliche Kamele?

"Die sind schöner, netter und freundlicher. Sie haben nur ein Problem. Wissen Sie, welches?"

Nein.

"Sie reden zu viel."

Reden?

"Sie weinen."

Giora mag ganz allgemein keine männlichen Kamele. "Ein Männchen ist viel aggressiver. Hat man zwei Bullen, hat man ständig Streit."

Dann fügt er hinzu: "Als Mohammed von Mekka nach Al-Aqsa reiste, ritt er auf einer Pferdestute. Einem Weibchen! Die Beduinen sagen, Mohammed sei nicht auf einer Pferde-, sondern auf einer Kamelstute dahin geflogen. Was für Mohammed gut ist, ist auch für mich gut!"