ZEIT ONLINE: Frau Matroschka, was halten Sie davon, dass Ihr Land gerade die Olympischen Spiele austrägt?

Matroschka: In Russland gibt es ein Sprichwort: Wer nicht riskiert, der trinkt keinen Sekt. Das Risiko ist eine edle Sache. Ein guter Soldat träumt immer davon, General zu sein. Und wir sagen auch: Was sein soll, das ist nicht zu vermeiden.

ZEIT ONLINE: Dass es Probleme gibt, sehen Sie auch, oder?

Matroschka: Bei uns heißt es: Der erste Eierkuchen gerät zum Klumpen. Ein Pferd hat vier Beine und es stolpert auch. Der Morgen ist klüger als der Abend. Und auch Moskau wurde nicht auf einmal gebaut.

ZEIT ONLINE: Verstehe. Aber sind die Spiele nicht ein Spielzeug von Wladimir Putin?

Matroschka: Womit sich das Kind auch unterhält, Hauptsache es weint nicht. Weisheit und Einfachheit gesellen sich gern. Und: Keine Familie ohne Makel.

ZEIT ONLINE: Mögen Sie Ihren Präsidenten?

Matroschka: Wen man nicht gefasst hat, der ist kein Dieb. Sogar auf der Sonne gibt es Flecken.

ZEIT ONLINE: Aber die Kritik des Westens an den Spielen und Putin ist teilweise schon heftig, oder?

Matroschka: Wir sagen: Beschuldige nicht den Spiegel, wenn dein Gesicht schief ist.

ZEIT ONLINE: Westliche Reporter jammern über dreckiges Wasser im Hotel …

Matroschka: Fühle dich wie zu Hause, aber vergiss nicht, dass du zu Gast bist.

ZEIT ONLINE: Haben Sie schon was von den Spielen gesehen?

Matroschka: Mit den Händen in den Hosentaschen kann man keine …

ZEIT ONLINE: … Frau Matroschka, Sie werden ja immer kleiner. Dabei wollte ich noch fragen, was Sie so anschauen.

Matroschka: Besser weniger und dafür Besseres.

ZEIT ONLINE: Wie geht es nach den Spielen weiter?

Matroschka: Alles ist gut, was endet.

ZEIT ONLINE: Frau Matroschka?

Matroschka: Das Glück …

ZEIT ONLINE: Frau Matroschka?

Matroschka: In …

ZEIT ONLINE: Hallo?

Matroschka:

ZEIT ONLINE: Frau Matroschka, vielen Dank für das Gespräch.