Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die deutsche Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele im südrussischen Sotschi als einseitig und voreingenommen kritisiert. "Die Berichterstattung, speziell bei uns, ist reichlich unfair", sagte Schröder dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Das ist ideologisch geprägt und nur sehr selten unvoreingenommen. Da sollten einige, die so berichten, mal neu nachdenken."

Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele hatte es Kritik an der Behandlung der Arbeiter auf den Olympia-Baustellen, den Auswirkungen der Großprojekte auf die Umwelt und den hohen Kosten des Sportereignisses gegeben. Darüber hinaus steht die russische Führung um Präsident Wladimir Putin in der Kritik, wegen eines Gesetzes, das das Sprechen über Homosexualität – Propaganda, wie die russische Regierung es nennt – gegenüber Minderjährigen unter Strafe stellt.

Schröder unterhielt während seiner Amtszeit gute – auch persönliche – Beziehungen zu Putin und nannte ihn einen "lupenreinen Demokraten". Seit seinem Ausscheiden als Bundeskanzler arbeitet Schröder für den russischen Energiekonzern Gazprom.

Russland als Ausrichter der Spiele lobte Schröder: "Ich war gelegentlich in der Bauphase hier und immer davon überzeugt, dass Russland es schaffen und würdige und gute Spiele organisieren wird", sagte der 69-Jährige. Nun gebe es auch noch Schnee. "Es ist eine tolle Situation, sie haben es hinbekommen und ich finde, es herrscht eine wunderbare Stimmung."