Nach den Straßenschlachten mit vielen Toten in Kiew hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) den ukrainischen Athleten in Sotschi das Tragen eines Trauerflors verboten. Ein entsprechender Antrag des Nationalen Olympischen Komitee der Ukraine sei mit Hinweis auf geltende Regeln vom IOC abgelehnt worden, teilte das Nationale Olympische Komitee (NOK) des Landes mit. Mit dem Trauerflor wollten die 43 Athleten der ukrainischen Olympia-Delegation ihr Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

Als Reaktion auf das Verbot des IOC gaben die Athleten eine Erklärung zur Lage in der Ukraine ab. "Wir sind schockiert von den Ereignissen in unserem Land. Das Schicksal unserer Familien, Freunde und Verwandten beunruhigt uns. Wir rufen alle Seiten zum friedlichen Dialog auf und unternehmen alles, damit die ukrainische Fahne über dem olympischen Podium weht und die Landeshymne zu Ehren unserer Siege ertönt", heißt es dort.

Hintergrund des Verbots sind strikte Richtlinien, die Trauer- und Protestbekundung in Wettkämpfen untersagen. Erst in der vergangenen Woche hatte das IOC in Sotschi vor diesem Hintergrund die norwegischen Langläuferinnen gerügt, weil diese beim olympischen Skiathlon in Erinnerung an den Bruder einer Athletin Trauerflor angelegt hatten. Die Rüge stieß auf Kritik und Unverständnis.