Wer spielte wie gegen wen?

FC Augsburg – FC Schalke 04 1:2 (1:1)
Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:2)
Werder Bremen – VfB Stuttgart 1:1 (0:0)
TSG Hoffenheim – FSV Mainz 05 2:4 (0:0)
Eintracht Braunschweig – VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)
Hertha BSC – Hannover 96 0:3 (0:0)
Bayern München – Bayer Leverkusen 2:1 (1:0)
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 1:4 (0:1)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das Borussen-Duell. "Wir müssen nicht so tun, als würden wir Gladbach schlagen wollen, weil sie in den siebziger Jahren ein paarmal Meister waren", hatte Jürgen Klopp davor gesagt. Er wollte unterstreichen, dass sein Team keine Extra-Motivation brauche. Nach Abpfiff war er bedient, raunzte ein paar Reporter an. Wegen Schiri Deniz Aytekin, der ihn kurz vor Schluss wegen seines "inzwischen weltbekannten Gesichtsausdrucks" (Klopp) in Kombination mit "mehrfachem abfälligen Winken" (Aytekin) auf die Tribüne verbannt hatte. Vor allem aber weil die Gladbacher seinen Jungs den Schneid abgekauft hatten. Ohne Reus, Blaszczykowski und Mkhitaryan fehlten Gelb-Schwarz Kreativität und Konsonanten. Gladbach setzte auf ein Verwirrspiel: Die Elf vom Niederrhein hatte nichts gemein mit der Truppe, die zuletzt in neun Partien sieglos geblieben war. Nach einer halben Stunde verwechselte Raffael einen Stoppversuch erfolgreich mit einem Tor, zehn Minuten später verwechselte sich Max Kruse (bis dato seit 870 Minuten torlos) selbst mit Cristiano Ronaldo, wackelte Roman Weidenfeller und Lukasz Piszczek aus und schob ins leere Tor ein. In den Minuten 68 und 69 ging das Verwirrspiel beinahe nach hinten los, als Havard Nordtveit die Farbtheorie des Fußballs vergaß, nach der Gelb und Gelb nicht Gelb, sondern Gelb-Rot ergibt – in diesem Fall für dummes Ball-Wegschlagen und eine dumme Grätsche im Mittelfeld. Für mehr als den Anschlusstreffer durch Joker Jojic reichte es für die Dortmunder nicht.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die komplette erste Hälfte aller Samstagnachmittagsspiele bis auf Dortmund gegen Gladbach. Nur ein Tor. Langeweile überall, die Journalisten wünschten sich, dass ihnen jemand ein Würstchen in die Hand drückt. Zum Glück änderte sich das in Halbzeit zwei. Das schwächste Spiel gab es in Bremen. Dort schien das gute Karma von Stuttgarts neuem Trainer Huub Stevens zu wirken – bis Fairplay-Posterboy Aaron Hunt seines dagegensetzte und zum Ausgleich traf. Wie hatte Stevens noch gesagt? "Ich bin ja nicht der liebe Gott, sondern nur ein Mensch."

Dasselbe musste kürzlich Zlatan Ibrahimovic erkennen. Seine Bitte an Twitter anlässlich einer Fan-Fragestunde …

… blieb doch tatsächlich unerfüllt. Weshalb der alte Animal Farm-Fan Ibrahimovic demütig einräumte:

Wer stand im Blickpunkt?

Thomas Tuchel. 0:2 lagen seine Mainzer in Hoffenheim zurück. Da befreiten sie sich zunehmend vom Druck der Hoffenheimer. Waren so plötzlich präsent, wie heutzutage Passagierflugzeuge vom Radar verschwinden. Und drehten das Ding in acht Minuten. Tuchels Miene blieb bei diesem Wahnsinn unbewegt wie die Wet-Gel-Wellen auf dem Kopf seines Gegenübers Markus Gisdol. Vielleicht waren seine Gedanken bei dem Kameramann, den Hoffenheims Andreas Beck versehentlich per Flugkopfnuss ausgeknockt hatte. Am Ende hieß es jedenfalls 4:2 für die Bruchweg-Boys. Die singen und lachen trotz Fastenzeit, stehen jetzt auf Platz 5 und empfangen als nächstes die Bayern.