Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine auf der Schwarzmeerinsel Krim gefährdet nach Einschätzung des Innenministeriums nicht die Austragung Paralympics, die am Freitag im russischen Sotschi beginnen. "Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass die paralympischen Spiele nicht stattfinden sollten", sagte ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maizière, der auch für den Bereich Sport zuständig ist. 

Man beobachte die Lage aber genau. "Ich möchte daran erinnern, dass wir auch bei den Olympischen Spielen intensiv die Sicherheitslage diskutiert haben. Das tun wir jetzt genauso", sagte der Sprecher.

Vertreter der britischen Regierung haben dagegen ihren Besuch bei den Paralympics abgesagt. Premierminister David Cameron sagte, Russland habe die Souveränität und staatliche Einheit der Ukraine verletzt. Unter diesen Umständen sei es unangebracht, dass britische Minister an den Paralympics teilnehmen, schrieb er auf Twitter. Auch Prinz Edward, der Schirmherr der britischen paralympischen Vereinigung ist, sagte seinen Besuch ab. Er werde "auf Geheiß der Regierung" nicht nach Sotschi reisen, teilte er mit.

Das deutsche Team fliegt am Dienstagmorgen nach Sotschi. "Wir haben derzeit keinen Grund, nicht zu fahren", sagte der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher. 

Der Verband halte engen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und mit Personen vor Ort. "Für uns gibt es aufgrund der jetzigen Sicherheitslage keinen Grund zur Sorge", sagte Beucher. Nach der Eröffnung werden die Spiele bis zum 16. März in Sotschi ausgetragen.