Squirrel backflip, mojo flat spin, cartwheel – so heißen Tricks auf der Slackline. Es sind Salti, Räder, Drehungen. Slackline heißt zu Deutsch so viel wie schlaffe Leine und genau darin besteht die Schwierigkeit des Sports. Während sich Neulinge damit abmühen, einfach nur über das maximal fünf Zentimeter breite, wackelige Polyamid- oder Polyesterseil zu gehen, springt Elli Schulte darauf, dreht sich um die eigene Achse, landet abwechselnd auf dem Po und den Füßen oder macht einen Spagat auf der Slackline. 

Die 25-jährige Sportstudentin ist die beste Deutsche in diesem Trendsport. Sie liegt auf Platz zwei der Frauenweltrangliste. Wettkämpfe für Frauen gibt es aber so gut wie keine. Bei den deutschen Meisterschaften ist Schulte Vierte geworden, hinter drei Männern.

 
Slackline kommt aus dem Klettersport, seit den 1980er Jahren benutzen sie Freikletterer in den USA zum Spaß. Profisportler anderer Sportarten wie der alpine Skifahrer Bode Miller trainieren damit ihre Balance. Um sich auf der Slackline sicher bewegen zu können, muss man schnell sein, einen guten Gleichgewichtssinn haben und es kognitiv und koordinativ schaffen, verschiedene Tricks aneinanderzureihen.


Als Elli Schulte an der Kölner Sporthochschule anfing, bildete sich gerade eine Slackline-AG, die in Eigenregie Tricks lernte. Die Kölner waren Pioniere der Trendsportart in Deutschland. Inzwischen sind auf den grünen Inseln deutscher Großstädte kaum noch Bäume zu finden, zwischen denen keine Slackline gespannt ist.

Schulte, die eigentlich Turnerin ist, stand 2010 als erste Frau weltweit den Salto vorwärts und rückwärts. Noch heute gelingt das kaum einer anderen. Auch Elli Schulte schafft die Rolle in der Luft nicht bei jedem Versuch. Die Über-Kopf-Bewegung ist mental anspruchsvoll, die Landung auf der maximal fünf Zentimeter breiten Slackline blind und äußerst wackelig.