Wer spielte wie gegen wen?

Hannover 96 – VfB Stuttgart 0:0
Bayern München – Werder Bremen 5:2
FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg 2:0
VfL Wolfsburg – SC Freiburg 2:2
Hertha BSC – Eintracht Braunschweig 2:0
TSG Hoffenheim – Eintracht Frankfurt 0:0
Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund 2:2
FC Augsburg – Hamburger SV 3:1
FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach 0:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Augsburg gegen Hamburg. Einfach, weil es sein könnte, dass man den HSV nicht mehr lange in der Bundesliga sehen wird. Viel mehr Gründe boten einem die Hamburger aber nicht. Nach einem Fehlpass am Anfang blieb der TV-Moderator Fritz von Thurn und Taxis noch diplomatisch: "Den kann man differenzierter spielen." Nach René Adlers Fehler beim 3:0 durch den Ex-Hamburger André Hahn rief er aber: "Hui, da geht die Welt unter!" Die Fans dürfen nur hoffen, dass sich die Leistungen ihrer Elf damit erklären lassen, dass sie sich für die Relegation schont. Doch etwas muss man den Hamburgern lassen: Großzügigkeit und Herzenswärme. Sie sind selbst in Not – und doch denken sie an ihre Mitmenschen. Mit dem Endergebnis sicherten sie auf einen Schlag gleich vier anderen Teams den Klassenerhalt: Freiburg, Hannover, Frankfurt und sogar die Rivalen aus Bremen saßen am Sonntagnachmittag vor dem Fernseher und freuten sich. Für so viel Selbstlosigkeit müsste man den HSV fast heilig sprechen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannover gegen Stuttgart, das Freitagsspiel. Beim Abstiegskandidaten Nürnberg wurde ein Trainer entlassen, weil er zu offensiv spielen ließ. Diesen Vorwurf wird man Tayfun Korkut und Huub Stevens nicht machen können. Ihre Teams mauerten, was der Mörtel hergab. Es siegte der eiskalte Realismus, denn beiden Teams half dieser eine Punkt. Sie ahnten schon, dass die Konkurrenz aus Nürnberg, Braunschweig und Hamburg am Wochenende verlieren wird. Nach dem Spiel entschuldigten sich die Spieler mit verschämten Floskeln:  

  • Im Abstiegskampf gibt es keinen Schönheitspreis.
  • Man muss auch mal mit einem Punkt leben können.

Und die Zuschauer? Sie pfiffen, trotz nahendem Klassenerhalt. Ein Hauch Gijon 82 lag in der Luft.

Wer stand im Blickpunkt?

Tito Vilanova. Mehr als dreißig Jahre lang war er der Freund Pep Guardiolas. Sie lernten sich in Barcas Akademie kennen, beide Jugendliche lebten fern der Eltern in der großen Stadt. Später war Vilanova fünf Jahre lang Peps Co-Trainer in Barcelona, vier davon in der Ersten Mannschaft. Vilanova war der Konstrukteur Barcas, der Ingenieur des Tiki-Taka, des Fußballmodells der vergangenen Jahre. Gemeinsam gewannen sie vierzehn Titel in vier Spielzeiten. Als Vilanova Guardiola im Amt folgte, konnte er den Erfolg wegen einer schweren Krankheit nicht fortsetzen. Zwischen ihm und Guardiola kam es zum Streit und zur Versöhnung. Am Freitag starb Tito im Alter von nur 45 Jahren den Krebstod. Guardiolas Elf trug am Samstag Trauerflor, er einen schwarzen Rollkragenpullover. Nach dem 3:2-Führungstor hielt Guardiola bloß den Kopf schräg, runzelte die Stirn, sitzend, den Kopf auf die Hand gestützt. Keine Regung, nirgends. Die Traurigkeit werde ihn nie mehr verlassen, sagte er. "Als wir uns kennenlernten, waren wir sehr jung. Wir wollten sie verschlingen, diese Welt, und wir haben sie verschlungen."