Bayern München – Manchester United 3:1 (0:0)

Der FC Bayern München ist nach einem Gegentor als Weckruf doch noch souverän in das Halbfinale der Champions League gestürmt. Die schon als nationaler Meister feststehenden Bayern setzten sich im Viertelfinal-Rückspiel daheim gegen Manchester United dank einer Leistungssteigerung nach der Pause mit 3:1 (0:0) durch. Das Hinspiel in Manchester war 1:1 ausgegangen. Damit hat die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola weiter alle Chancen auf die historische Titelverteidigung und den erneuten Gewinn des Triples.

Manchesters Patrice Evra (57. Minute) hatte vor 67.300 Zuschauern in der Münchner Arena mit dem 0:1 für einen kurzen Schockmoment gesorgt. Doch Mario Mandzukic (59.), Thomas Müller (68.) und Arjen Robben (76.) schossen die Bayern zum achten Mal insgesamt und zum dritten Mal nacheinander in das Halbfinale der Champions League.

Gespannt blicken die Münchner nun auf die Auslosung an diesem Freitag in Nyon, wo ein Gegner aus Spanien oder England ermittelt wird. Mögliche Gegner sind Real Madrid, der FC Chelsea und Atlético Madrid, das den FC Barcelona ausschaltete.

Bayern mit offensiver Startaufstellung

Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit ohne jegliche Torchance schien der Gegentreffer eine Blockade in den Köpfen der lange Zeit ratlosen Bayern gelöst zu haben. Lange und intensiv hatte Guardiola gegrübelt und getüftelt, mit welcher taktischen Ausrichtung er die Manchester-Defensive überwinden könnte. Er entschied sich für eine extrem offensive Startelf mit Mittelstürmer Mandzukic und im Mittelfeld Robben, Müller, Mario Götze, Franck Ribéry und Toni Kroos.

Tatsächlich entwickelte sich vom Anpfiff weg das erwartete Geduldsspiel. Die Bayern gaben vor den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß anfangs Tempo und Rhythmus vor. Manchester agierte etwas mutiger als im Hinspiel, diszipliniert in der Abwehr und mit Kontern Richtung Bayern-Tor. Nach acht Minuten tauchte Wayne Rooney gefährlich vor Torwart Manuel Neuer auf, zögerte aber zu lange mit dem Abschluss. Der Angreifer stand nach seiner Zehenverletzung wie von Guardiola prophezeit in der ersten Elf, setzte aber kaum Akzente.

Die Bayern versuchten es über die Außenbahnen mit Robben und Ribéry. Doch meist waren die Räume zu eng, weil die Engländer mit zehn Mann verteidigten. Ribéry probierte es mal aus der Distanz, sein Schuss streifte das Außennetz (27.). Ansonsten aber waren die ersten 45 Minuten ein Genuss für Taktikfreunde, aber kein Fußballfest für die Zuschauer. Bis zum Seitenwechsel waren beide Torhüter praktisch beschäftigungslos. Das Geschehen spielte sich zwischen den Strafräumen ab, Torchancen gab es keine zu sehen.

Mandzukic gleicht postwendend aus

Tore gab es erst nach dem Wiederanpfiff. Zunächst rettete Neuer gegen den ehemaligen Dortmunder Bundesliga-Profi Shinji Kagawa (55.). Dann aber setzte sich Antonio Valencia auf der rechten Seite durch und flankte in die Mitte zu Evra. Der französische Abwehrspieler ließ Neuer mit seinem wuchtigen Schuss an die Unterkante der Latte keine Abwehrchance. Was fast 60 Minuten lang vermisst wurde, ereignete sich nun innerhalb von 69 Sekunden. Nach Hereingabe von Ribéry köpfte Mandzukic zum 1:1 ein – sein insgesamt sechstes Champions-League-Tor und das vierte per Kopf.

Danach strahlten die Bayern Offensivfreude und Torgefahr aus. Müller erhöhte nach Robben-Zuspiel im Stile eines Torjägers aus kurzer Distanz zum 2:1. Nur wenig später war es der Niederländer selber, der drei Gegenspieler stehenließ und für das beruhigende dritte Tor sorgte. 


Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Kroos - Robben, Müller (84. Pizarro), Götze (65. Rafinha), Ribéry - Mandzukic

Manchester United: de Gea - Jones, Smalling, Vidic, Evra - Fletcher (74. Hernández), Carrick - Valencia, Kagawa, Welbeck (81. Januzaj) - Rooney

Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)

Zuschauer: 67 300 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Evra (57.), 1:1 Mandzukic (59.), 2:1 Müller (68.), 3:1 Robben (76.)

Gelbe Karten: Rafinha / Evra, Vidic

Beste Spieler: Lahm, Mandzukic, Robben / Valencia, Vidic