Der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Cichon hat vor dem Bochumer Landgericht gestanden, von der Fußball-Wettmafia bestochen worden zu sein. Nach eigenen Angaben wurden Cichon von dem Besitzer eines Wettbüros für die Manipulation eines Spiels Spielschulden in Höhe von 20.000 Euro erlassen. Im Gegenzug habe er als Spieler des Zweitligisten VfL Osnabrück in der Begegnung gegen den FC Augsburg am 17. April 2009 nicht mit voller Kraft und Konzentration gespielt.

Das Geständnis, das von Cichons Verteidiger verlesen wurde, ist Teil einer Einigung mit den Anklägern. Im Gegenzug wurde dem Ex-Profi zugesagt, dass er mit maximal elf Monaten Haft auf Bewährung rechnen müsse, sofern sich keine neuen Erkenntnisse ergeben würden.

Den ersten Kontakt zur Wettmafia hatte Cichon nach eigenen Angaben bereits im Winter 2008. Damals sei ihm erstmals Geld angeboten worden, um ein Spiel zu manipulieren. Dazu sei es aber nicht gekommen.

Cichon will zu dieser Zeit bereits exzessiv gewettet und mehrere Tausend Euro Schulden in einem Wettbüro angehäuft haben. "Ich kam von meinen Verbindlichkeiten nicht mehr herunter", hieß es in der verlesenen Erklärung. Gleichzeitig sei es ihm nicht gelungen, einen Schlussstrich unter seine Wettleidenschaft zu setzen. Als der Besitzer des Wettbüros schließlich nachdrücklich auf Rückzahlung der Schulden gedrängt habe, sei er doch noch schwach geworden.

Augsburg hatte die manipulierte Partie mit 3:0 gewonnen. Der VfL Osnabrück war in der betreffenden Saison nach Relegationsniederlagen aus der 2. Liga abgestiegen.