Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat RasenBallsport Leipzig die Lizenz für die 2. Bundesliga erteilt. Nachdem der Verein neue Unterlagen vorgelegt hat, ist der Lizenzierungsausschuss der DFL zu dem Ergebnis gekommen, dass der Drittliga-Aufsteiger die Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb in der Saison 2014/15 erhält.

Dem Verein war vorgeworfen worden, sich vom Getränkehersteller Red Bull beeinflussen zu lassen und so gegen den Grundgedanken der 50+1 Regel zu verstoßen. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Kapitalanleger die Mehrheit der Stimmrechte an Kapitalgesellschaften übernehmen, in die Vereine ihre Profimannschaften ausgliedern. Da RB Leipzig ein eingetragener Verein ist, gilt diese Regel zwar nicht. Doch ist die Mehrheit der Stimmberechtigten im Club bei Red Bull angestellt oder im Auftrag des Konzerns tätig.

Die DFL drohte dem Verein mit dem Lizenzverlust, eine Beschwerde von RB Leipzig gegen die Auflagen der DFL wurde in der vergangenen Woche abgewiesen. Nun habe der Lizenzierungsausschuss die zweite Beschwerde geprüft und festgestellt, dass einer Lizenzierung "nichts mehr im Wege" stehe, sagte der Ausschussvorsitzende Harald Strutz. 

Dafür haben sich DFL und RB Leipzig auf einen Kompromiss geeinigt: In Zukunft wird der Verein mit einem neuen Logo antreten und auch seine Führung von Geldgeber Red Bull unabhängiger besetzen. Der Club hat diese Bedingungen der DFL zwar noch nicht gänzlich umgesetzt, sich aber dazu verpflichtet, dies zu tun. 

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte: "Der Satzung des Ligaverbandes liegt das Leitbild eines offenen Vereins zugrunde. Die nun zugesagten Änderungen der Mitwirkungs- und Gestaltungsrechte der Vereinsmitglieder erfüllen diese Anforderung."

Konsens hilft beiden Seiten, das Gesicht zu wahren

Der Einigung geht ein längerer Streit voraus: Nachdem die DFL die Lizenz zunächst verweigerte, hatte RB-Mäzen Dietrich Mateschitz sein millionenschweres Engagement in der Messestadt infrage gestellt. Vergangenen Donnerstag dann signalisierte er Kompromissbereitschaft: "Alle Bemühen sich um einen Konsens, und ich glaube, dass er erreicht werden wird", sagte der Österreicher.

Während Fans und Vereine wochenlang über die Mitbestimmung in deutschen Fußball-Clubs diskutierten, waren Rechtsexperten der Meinung, dass RB Leipzig juristisch im Vorteil war und vor ordentlichen Gerichten sogar die 50+1-Regel der DFL hätte kippen können. Nun bewahren durch den Kompromiss beide Seiten ihr Gesicht – und RB Leipzig steht zwölf Tage nach dem Aufstieg als Teilnehmer der 2. Bundesliga fest.