Es ist noch lange hin. Im Jahr 2022 soll die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar stattfinden. Aber ob dieser Plan wirklich aufgeht? Jetzt hat Sony, einer der Hauptsponsoren des Weltfußballverbands Fifa, verlangt, die Vergabe der internationalen Großveranstaltung an das Emirat zu überprüfen. "Als Fifa-Partner erwarten wir, dass diese Vorwürfe angemessen untersucht werden", zitiert die Sunday Times das Unternehmen.

Die britische Zeitung schreibt, der frühere katarische Funktionär Mohamed bin Hammam solle weitere 1,25 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben. Mit dem Geld seien asiatische Funktionäre bestochen worden, damit sie zustimmen, dass die WM in acht Jahren in Katar stattfindet.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Zeitung berichtet, dass Mohamend bin Hammam mehrere Offizielle des Weltverbandes mit insgesamt 3,7 Millionen Euro bestochen haben soll. Der von der Fifa lebenslang gesperrte bin Hammam habe zudem Gespräche zwischen den Regierungen von Katar und Thailand eingeleitet, in denen über einen Gas-Deal verhandelt worden sei.

Auch der Name Franz Beckenbauer wird genannt

Die Sunday Times besitzt nach eigenen Angaben mehrere Millionen E-Mails und Dokumente aus dem Umfeld bin Hammams. In ihnen wird auch der Name Franz Beckenbauer genannt. Das ehemalige Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees soll fünf Monate nach der Wahl Katars als Austragungsort in den Wüstenstaat gereist sein.

Beckenbauer sei gemeinsam mit den Vorständen eines Öl- und Gas-Transportunternehmens nach Doha eingeladen worden, schreibt die Zeitung. Die Firma soll Beckenbauer als Berater beschäftigt haben. Während des Treffens seien mögliche Investitionen Katars in die Seeschifffahrt besprochen worden. Ein Vertrag sei aber nicht abgeschlossen worden, teilte das Unternehmen mit.

Die Ethikkommission der Fifa untersucht derzeit die Vergabe der WM-Endrunden 2018 nach Russland und 2022 nach Katar. Chefermittler Michael Garcia will die Untersuchungen am Montag abschließen und seinen Bericht Mitte Juli veröffentlichen.

Uefa will Wiederwahl des Fifa-Präsidenten verhindern

Zuvor wird sich der Fifa-Kongress kommende Woche in São Paulo treffen. Dort könnte es ungemütlich für Sepp Blatter werden. Der seit Jahrzehnten der Korruption verdächtigte Chef des Weltfußballverbandes hatte Anfang Mai angekündigt, im nächsten Jahr ein fünftes Mal für den Vorsitz zu kandidieren.

Das will der Europaverband Uefa verhindern. Die Süddeutsche Zeitung zitierte einen Uefa-Sprecher, dass der Verband während eines Treffens am Montag "eine gemeinsame Position erarbeiten will, wie er sich gegen Blatters Wiederwahl stellt". Die Uefa werde einen eigenen Kandidaten aufstellen, sagte der Sprecher. "Blatter wird nicht alleine kandidieren."

"Für uns gilt, wie für alle Europäer nach wie vor, was Joseph Blatter beim Uefa-Kongress 2011 in Paris offiziell gesagt hat", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Blatter hatte 2011 gesagt, dass seine laufende Amtszeit die letzte sein wird. "Dass er jetzt scheinbar andere Überlegungen hat, haben wir bisher nur den Medien entnehmen können."