Fußball-Nationalspieler Marco Reus ist tief betroffen über sein WM-Aus. "Ich weiß wirklich nicht, wie ich das in Worten ausdrücken soll", sagte Reus laut einer Mitteilung von Borussia Dortmund. "Ich muss jetzt aber auch nach vorne schauen, meine Reha ganz professionell angehen, denn es muss weitergehen. Ich komme noch stärker zurück, als ich war." Ein Traum sei von einer zur anderen Sekunde geplatzt.

Während des WM-Testspiels der deutschen gegen die armenische Nationalmannschaft hatte sich Reus verletzt. Ein Teil des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks sei gerissen, schreibt der DFB in einer Mitteilung. Erst in sechs bis sieben Wochen wird Reus voraussichtlich wieder trainieren können, heißt es weiter.

"Er ist natürlich auch geknickt, er ist zutiefst enttäuscht, dass er jetzt die WM verpasst", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach einem Gespräch mit Reus. Für Reus selbst und für die Mannschaft sei das extrem bedauerlich. "Marco war super drauf. Er hat im Trainingslager und in den beiden Spielen gegen Kamerun und Armenien einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt", sagte Löw.

Auch Reus' Mitspieler äußerten ihre Betroffenheit. "Bitter" sei die Verletzung, sagte Mannschaftskapitän Philipp Lahm nach dem Spiel. "Er war in sehr guter Form." Miroslav Klose sagte, Reus sei "eine Waffe" gewesen. Mesut Özil schrieb auf Twitter: "Es gibt Momente, da fehlen die Worte. Kopf hoch Marco."   

Für Reus hat Bundestrainer Joachim Löw den Innenverteidiger Shkodran Mustafi nachnominiert. "Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann", sagte der 22-Jährige, der in der italienischen Serie A für Sampdoria Genua spielt. Er hatte am Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol teilgenommen, war von Löw aber zunächst nicht für den WM-Kader nominiert worden.

"Es ging uns nicht darum, Marco Reus eins zu eins zu ersetzen", sagte Löw, der einen Verteidiger für einen Offensivspieler nachnominierte. Er habe auf den Positionen im offensiven Mittelfeld mit Lukas Podolski, Andre Schürrle, Mario Götze, Thomas Müller, Mesut Özil, Julian Draxler und Toni Kroos "genügend Alternativen". Aus diesem Grund habe er sich für einen weiteren Verteidiger entschieden, sagte Löw weiter.