Die Polizei in São Paulo hat mit Tränengas und Gummigeschossen eine Demonstration von WM-Gegnern aufgelöst. Rund 60 Demonstranten versammelten sich wenige Stunden vor der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft bei einer U-Bahnstation und wollten mit einem Transparent mit der Aufschrift "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben" zum Corinthians-Stadion marschieren. 

Die Militärpolizisten schritten sofort ein, noch bevor sich die Demonstranten in Bewegung setzten. Mindestens ein Demonstrant wurde festgenommen. "Die Meisterschaft wird nicht stattfinden" rief die Menge. Bei dem Einsatz wurde auch eine CNN-Reporterin verletzt.

In den zwölf WM-Gastgeberstädten sollen 157.000 Polizisten und Soldaten für Sicherheit sorgen. Darüber hinaus wurden 20.000 Sicherheitsleute von Privatfirmen für die Stadien angeheuert. 120 Polizisten aus 40 Staaten arbeiten mit den brasilianischen Kollegen zusammen, etwa um Hooligans zu identifizieren. Die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet mehr als 600 Millionen Euro.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in Brasilien teils gewalttätige Proteste, bei denen die hohen Kosten für die WM und die im Jahr 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert wurden. Das Bodenpersonal des Flughafens streikte an den drei Flughäfen von Rio de Janeiro, U-Bahn-Angestellte legten den öffentlichen Nahverkehr in São Paulo lahm. Präsidentin Dilma Rousseff hatte angekündigt, dass Demonstrationen während des WM-Turniers zugelassen würden, solange sie friedlich verliefen.