ZEIT ONLINE: Moin Herr Fonk. Was macht Brasilien heute?

Lukas Fonk: Grundsätzlich hängt das stark vom Wetter ab – geht ein guter Wind, ist der Strand voll von Kitesurfern, bei Sonne kommen normale Strandbesucher. Ich geh gleich mal gucken.

ZEIT ONLINE: Sie sind in der Nähe des kleinen Dorfes Brasilien an der Ostsee aufgewachsen. Wie dürfen wir uns ihre Kindheit vorstellen? Öde oder?

Fonk: Öde würde ich jetzt nicht sagen, eher entspannt. Wenn ich mal in der Stadt bin, ist das schon ein krasser Gegensatz. Man genießt die Ruhe hier, auch als Schüler.

ZEIT ONLINE: Was nervt an Brasilien?

Fonk: Da kann ich mich schwer zwischen den Busverbindungen und der Internetanbindung entscheiden. Beides ist derzeit nicht zufriedenstellend.

ZEIT ONLINE: Wo schauen Sie das deutsche Viertelfinale gegen Frankreich heute?

Fonk: Auf der Arbeit, in der Snackbar in Brasilien. Da wird einiges los sein.

ZEIT ONLINE: Aber da sehen Sie doch kaum etwas vom Spiel?

Fonk: Das macht nichts, das WM-Feeling kommt schon rüber. Ist mir eh lieber, wenn Gäste da sind und eine ordentliche Party abgeht.

ZEIT ONLINE: Ist Frankreich der stärkste deutsche Gegner bisher?

Fonk: Für mich war Ghana der stärkste Gegner. Deutschland wird gegen Frankreich gewinnen.

ZEIT ONLINE: Wie?

Fonk: 2:0.

ZEIT ONLINE: Ohne Gegentor. Auf welchen Franzosen müssen wir besonders Acht geben?

Fonk: Ufff.

ZEIT ONLINE: Und Deutschland? Wo soll er hin, der Philipp Lahm?

Fonk: Meiner Meinung nach ist er in der Verteidigung besser aufgehoben.

ZEIT ONLINE: Im Mittelfeld kann dann Sami Khedira spielen?

Fonk: Ist ja nicht so groß, der Lahm, das ist schlecht bei Kopfbällen im Mittelfeld. Aber Jogi Löw wird die beste Lösung haben.

Brasilien an der Ostsee - Die Copacabana hinter Kiel An der holsteinischen Ostseeküste befindet sich in der Gemeinde Schönberg der Ortsteil Brasilien – direkt neben Kalifornien. Traumstrände und Offenheit hinter dem Deich lassen den brasilianischen Geist aufleben.