Arne Krüger betreibt von Berlin aus die deutschlandweit erfolgreiche Marke Radio Skateboards und ist selbst seit Jahrzehnten in der Szene aktiv. Er sagt: "Meiner Meinung nach gehört Skateboarding auf die Straße, und nicht ins Stadion."  Wie auch viele seiner Kollegen befürchtet er den "Sell-Out", sollte Skateboarding olympisch werden. "Es gäbe noch viel mehr Konzerne, die versuchen würden, mit Skateboarding das schnelle Geld zu machen, und wenn dann die Kohle nicht stimmt, sind sie wieder weg."

Dass Krügers These durchaus Gehalt hat, zeigt sich an den verschiedenen Boom-Phasen, die Skateboarding seit seiner Erfindung in den Fünfziger Jahren durchlaufen hat. Zu Hochzeiten konnten gesponserte Fahrer Hunderttausende im Jahr verdienen, nur um sich beim Abebben des Trends als Arbeitslose wiederzufinden. Seit Ende der Neunziger aber hat sich Skateboarding endgültig etabliert, was auch und vor allem der Halfpipe-Legende Tony Hawk und seiner gleichnamigen Videospiel-Reihe zu verdanken ist.

Hawk, selbst längst Multimillionär, glaubt dass Skateboarding 2020 zum ersten Mal als olympischer Sport "geadelt" werden wird. In einem Interview mit dem US-Talker Larry King sagte er im März: "Um ehrlich zu sein, ich glaube die Olympischen Spiele brauchen uns mehr als wir sie."  

Damit es soweit kommt, müsste das IOC sogar die eigenen Regeln ändern: Normalerweise muss für neue Sportarten spätestens sieben Jahre vor den entsprechenden Olympischen Spielen ein solides Konzept aufgestellt sein. Sie müssen zudem im Olympischen Programm bereits aufgenommen sein, bevor das IOC über einen neuen Ausrichter entscheidet. Als im vergangenen Jahr die Spiele 2020 nach Tokyo vergeben wurden, war Skateboarding noch draußen. Im Februar sagte aber der IOC-Präsident Thomas Bach der Los Angeles Times: "Wenn das IOC, die internationalen Föderationen und das Organisationskomitee zustimmen, muss diese Regel nicht zwingend angewendet werden." Wer möchte schon nicht jung, wild und rebellisch sein?