Wer spielte wie gegen wen?

FSV Mainz – TSG Hoffenheim 0:0
FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 2:1
1. FC Köln – Bayern München 0:2
SC Freiburg – Bayer Leverkusen 0:0
VfB Stuttgart – Hannover 96 1:0
SC Paderborn – Borussia Mönchengladbach 1:2
VfL Wolfsburg – Werder Bremen 2:1
FC Augsburg – Hertha BSC 1:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Paderborn gegen Gladbach. Oktoberfest-Besucher neigen in den Tagen danach zu Lethargie. Den Paderbornern jedoch war nichts von ihrem München-Ausflug anzumerken. Der Aufsteiger verlor zwar gegen Gladbach, spielte aber wie im Rausch, unterdrückte den Kater mit mutigen Angriffen und blieb dem Gegner bis zum Abpfiff zäh wie ein letzter Schluck aus der siebten Maß. Gladbach dagegen konterte nüchtern, das wunderbare 0:1 war eine Kooperation dreier Spieler, die Lucien Favre reinrotiert hatte: Ibrahima Traoré, Branimir Hrgota und Patrick Herrmann. Fazit: Beide Teams spielen bislang über den Erwartungen. Paderborn macht den Fans, auch den neutralen, mit leidenschaftlichem Fußball weiter Freude. Gladbach ist ungeschlagen, beste Umschaltmannschaft der Liga und erster Bayern-Verfolger.

Und dann gab es noch eine schöne Geste: Der Stürmer mit dem paderbornesken Namen Kutschke gestand dem Schiedsrichter, dass er nicht gefoult wurde. Der nahm daraufhin eine Gelbe Karte für den Gladbacher Christoph Kramer zurück. Mit Paderborn ist offenbar auch ein Stück Fairplay aufgestiegen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Köln gegen Bayern. Um das zu beurteilen, musste man das Spiel nicht mal sehen. Es genügte, den Bayernfans auf der Heimreise im ICE-Bordbistro zuzuhören. "Das war ja langweilig heute", sagte ein Mittdreißiger mit rheinischem Akzent. "Die Kölner haben gar nicht mitgespielt, diese Hasenfüße", pflichtete ihm einer mit fränkischer Zunge bei. Sie hatten gesehen, wie die Kölner nur verteidigen wollten. Und wenn sie doch einmal angriffen und sogar in den Strafraum eindrangen, stand ihnen Manuel Neuer im Weg. Die Zahl des Tages war 206. Das sind die Ballaktionen von Xabi Alonso, das sind über 20 mehr als der bisherige Rekord. Der beste Kölner kam auf 50. Noch vor einer Woche hatte die Bundesliga auf Spannung in der Nach-WM-Saison hoffen dürfen, die Bayern überragten nicht wie im Vorjahr. Inzwischen gehen ihnen langsam bereits jetzt vor der beschwerlichen Reise nach Moskau so langsam die Konkurrenten aus. "Ich will nicht schon wieder im März Meister werden", sagte ein dritter Bayernfan im Zug. "Mein Traum ist, am letzten Spieltag Meister zu werden, am besten in der letzten Minute." Wie es scheint, haben die Bayern bereits nach dem 6. Spieltag ausgeträumt.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Fifa. Da lässt sie mit großem Brimborium von Experten einen Untersuchungsbericht darüber anfertigen, wie Russland und Katar die Weltmeisterschaften erhalten hatten. Und dann gibt der Boss Joseph Blatter zu verstehen, dass er nicht daran denke, die Ergebnisse zu veröffentlichen. Sowas nennt man in der Fifa Transparenz und Aufklärung. Blatter bleibt ein Trickser, ein Täuscher. Es ist längst bewiesen, dass er Korruption gedeckt hat, dass er längst nicht mehr tragbar ist. Warum wird er nächstes Jahr dennoch zum Fifa-Präsidenten wiedergewählt? Trotz aller Kritik unter Fans und in der Weltpresse? Was muss man noch über ihn rausfinden? Hinter diesen Fragen steckt ein Denkfehler. In – vorsichtig formuliert – mehr als der Hälfte der 209 Fußballverbände (sehr vorsichtig formuliert, um genau zu sein) dürfte das Wort Korruption kein unbekanntes sein. Die, die ihn wählen, sind also nicht anders gestrickt als Blatter, die wollen einen von ihresgleichen, die mögen auch Champagner-Partys. Damit die Fifa von Blatter abrückt, müssten wir Medien nicht noch mehr Schlechtes über ihn schreiben und herausbekommen, sondern ihn als Heiligen darstellen. Wenn die Insassen im Knast wählen dürften, würde auch nicht der mit den besten Kopfnoten gewinnen.