Deutschland – Irland 1:1 (0:0)

Wiedergutmachung gescheitert: Nach dem 0:2 gegen Polen reicht es für die deutsche Nationalmannschaft auch gegen Irland nicht zu einem Sieg. Im Heimspiel auf Schalke rannte das Team von Joachim Löw kontinuierlich an und wurde schließlich in der 71. Minute von Toni Kroos mit dem Führungstreffer belohnt. In der 94. Minute aber geschah das zu dem Zeitpunkt Undenkbare: Irland glich durch ein Tor von John O'Shea aus.

Nach dem Ausfall von André Schürrle und Christoph Kramer, die sich beide nach der Rückkehr aus Polen einen grippalen Infekt zugezogen hatten, konnte Löw nur noch auf 14 Feldspieler zurückgreifen. Insgesamt waren gegen Irland gleich acht Spieler wegen Verletzungen oder Erkrankungen nicht dabei.

Zwei Pflichtspiele nacheinander hatte Deutschland unter Löw noch nie verloren – mit der entsprechenden Einstellung ginge die Mannschaft in Gelsenkirchen auf den Rasen. Der Leverkusener Karim Bellarabi stand dabei ebenso wieder in der Startelf wie die jungen Außenverteidiger Antonio Rüdiger vom VfB Stuttgart und Erik Durm von Borussia Dortmund.

In der Anfangsphase dominierte Deutschland sofort: Bereits in der 5. Minute setzte Durm den Ball aus 30 Metern Entfernung an die Latte des irischen Tors. Trotz weiterer Chancen blieb der DFB-Elf eine frühe Führung verwehrt. Nach einer Freistoß-Kombination über Toni Kroos und Thomas Müller köpfte Rüdiger freistehend vorbei (14.). Kroos verfehlte aus 16 Metern ebenfalls das Tor (16.).

Dem deutschen Offensivspiel fehlte danach lange Zeit das Tempo, die Klarheit und Inspiration. Vor allem über die linke Seite mit dem Schalker Julian Draxler gab es kaum mutige Vorstöße. Bellarabi versuchte es, zog jedoch auch zu viel in die Mitte, wo die Iren kompakt standen.

In der Folge wurde es immer mehr zu einem Geduldsspiel für die Deutschen. Die Iren machten immer wieder die Räume dicht. Insgesamt versuchten es die Deutschen viel zu oft erfolglos durch die Mitte, über die Flügel kam zu wenig.

Deutschland in der zweite Hälfte offensiver

In der Pause nahm Löw Ginter raus, löste mit der Hereinnahme von Lukas Podolski den zweiten Sechser auf und erhöhte so den Druck. Podolski prüfte in seinem 120. Länderspiel gleich nach dem Wiederanpfiff den irischen Keeper (49.). Auch Bellarabi, Kroos und Müller brachten im Minutentakt den Ball nicht an David Forde vorbei. Die Iren traten als 62. der Weltrangliste mit der makellosen Bilanz von sechs Punkten aus den ersten zwei Qualifikationsspielen an – und machten der DFB-Elf auch in der zweiten Halbzeit das Leben schwerer als gedacht.

Ein Missverständnis von Podolski, Kroos und Hummels eröffnete dem Außenseiter sogar die erste Chance, doch Neuer war gegen den irischen Kapitän Robbie Keane auf dem Posten (49.). Pech hatten die Gastgeber nach 70 Minuten, als ein elfmeterwürdiges Halten von John O'Shea an Mario Götze vom slowenischen Schiedsrichter Damir Skomina nicht geahndet wurde. 

Am Ende schien Kroos die DFB-Elf erlöst zu haben, doch O'Shea sorgte für Ernüchterung.

Deutschland: Neuer, Rüdiger, Boateng, Hummels, Durm, Ginter (46. Podolski), Kroos, Bellarabi (87. Rudy), Götze, Draxler (70. Kruse), Müller

Irland: Forde, Meyler, O'Shea, Wilson, Ward, McGeady, Quinn (76. Hoolahan), Whelan (54. Hendrick), McClean, Walters, Keane (63. Gibson)

Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)

Zuschauer: 51.204

Tore: 1:0 Kroos (71.), 1:1 O'Shea (90.+4)

Gelbe Karten: Hummels / Whelan, Wilson

Beste Spieler: Kroos, Götze / Forde, Whelan