Der ehemalige Manager des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Willi Behr, und Klaus-Peter Schulenberg, Vorstandsvorsitzender des Kartenhändlers Eventim, sollen sich einem Medienbericht zufolge mit illegalen Ticketdeals um Millionen bereichert haben. Wie die Welt am Sonntag berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft München bereits seit 2009 gegen die beiden Männer.

Dokumente sollen demnach belegen, dass der Eventim-Multimillionär Schulenberg den Ex-DFB-Chef Behr im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2006 bestochen habe, damit dieser sich dafür einsetze, dass der Kartenhändler den Zuschlag für den Vertrieb der Eintrittskarten erhalte. Es habe sich dabei um drei Millionen Eintrittskarten im Wert von rund 270 Millionen Euro gehandelt.

52.000 Eintrittskarten sollen Behr und Schulenberg dann offenbar illegal auf dem Schwarzmarkt platziert und sich somit um Millionenbeträge bereichert haben. Diese Tickets, die ursprünglich für Sponsoren und Verbände vorgesehen waren, wurden mit 329 Prozent Aufschlag an Schwarzmarktfirmen verkauft. Den Unterlagen zufolge erwirtschaftete die Firma O&P Event Marketing aus München, die den Verkauf abwickelte, mit den Karten rund zwölf Millionen Euro Überschuss. Über fingierte Beraterverträge sei das Geld dann größtenteils an Behr und Schulenberg geflossen. Mit einem Betrag von drei Millionen Euro soll offenbar ein weiterer hochrangiger WM-Organisator geschmiert worden sein, vermuten Ermittler.

Der DFB hatte sich bereits nach der ersten Anfrage der Staatsanwaltschaft im Jahr 2010 von Behr getrennt. Weder Behr noch Schulenberg wollen sich laut Welt am Sonntag zu den Vorwürfen äußern.