Wer spielte wie gegen wen?

Hertha BSC – Hannover 96 0:2 (0:1)
Bayer Leverkusen – FSV Mainz 05 0:0 (0:0)
FC Augsburg – SC Paderborn 3:0 (1:0)
TSG Hoffenheim – 1. FC Köln 3:4 (3:3)
Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:4 (0:1)
SC Freiburg – FC Schalke 04 2:0 (1:0)
Werder Bremen – VfB Stuttgart 2:0 (1:0)
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 2:0 (1:0)
Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

"Der 09. November ist der Tag der Wende", hatte der BVB am Samstagabend gewollt doppeldeutig bei Facebook verkündet. Samt Bild der Tabelle mit Dortmund auf Platz 18. "Die Tabelle kann nicht sprechen", knochentrocknete dazu vor dem Anpfiff ein skeptischer Lucien Favre. Recht hatte er: Was Dortmund 90 Minuten lang zeigte, war kein handelsüblicher Einbahnstraßenfußball. Es war eine Spritztour auf leerer Autobahn, im geklauten Tarnfarben-Maserati von Gladbachs Max Kruse. Jeden zweiten, dritten und vierten Ball ergrätschten sich die Männer in Gelb und trieben ihn gnadenlos nach vorn, allein im Tor landen wollte kein einziger. Als Mkhitaryan die gefühlt zehnte Großchance verballerte, bissen Dortmunds Borussen kollektiv in alles, was so herumlag – im Fall der Kommunikationsabteilung war das die Tastatur:

Auch in Hälfte zwei scheiterte der rührige Reus wie alle anderen Dortmunder am Gladbacher Torwart Yann Sommer. Und das blieb auch so bis zum Abpfiff. Dass Dortmund trotzdem sein Erweckungserlebnis bekam, lag am kuriosesten Eigentor der jüngeren Ligageschichte: Aus dem Mittelkreis und ohne besonders bedrängt zu werden, überraschte Christoph Kramer in Spielminute 58 mit einem versehentlich viel zu hoch gespielten Rückpass seinen herausgerückten Torwart. Das alles erinnerte an Helmut Winklhofer vom FC Bayern, dem Ähnliches 1985 gelungen war, der Treffer wurde damals übrigens sogar zum Tor das Monats gewählt. Vielleicht war Kramer aber auch nur plötzlich peinlich, dass er völlig unbeeindruckt von den Feierlichkeiten im fernen Berlin seine ganz persönliche Mauer aufgebaut hatte. 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Unbeirrt in seiner separatistischen Haltung zeigte sich indes Pep Guardiola, der eigens nach Katalonien flog, um bei einer (politisch wirkungslosen) Umfrage für die Unabhängigkeit seiner Heimatregion von Spanien abzustimmen. Zuvor hatten seine Bayern gegen Frankfurt gewonnen. Die Eintracht war zwar bemüht, engagiert, diszipliniert und rund eine Stunde lang richtig gefährlich – doch die Bayern waren eben die Bayern. Also stakste Müller den Ball nach jeweils feiner Vorarbeit von Ribéry dreimal über die Linie. Hinten hielten Boateng (nun seit 50 Ligaspielen unbesiegt) und Neuer dicht. Und als in der 87. Frankfurt‘s Finest Sebastian Rode aus alter Verbundenheit vorbeizielte, hielt Xherdan Shaqiri trocken den Fuß hin – 4:0.

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Über die mangelnde Konzentration (Qualität?) der etatmäßigen Bayern-Jäger. Dortmund hätte ohne ein Eigentor des Gegners die Länderspielpause wohl auf Platz 18 verbracht, hinter Weltteams wie Hamburg, Hertha und Stuttgart. Schalke kennt Konstanz nur als Stadt am Bodensee und spielt keinen Mü besser als unter Keller. Und Leverkusen solidarisiert sich mit dem torlosen Stefan Kießling. Zum Glück darf man nicht nur auf Gladbach hoffen – auch Wolfsburg und Hoffenheim anzufeuern, ist ja heute salonfähig. Danke wenigstens dafür, Red Bull!