Wie ist das Ergebnis?

Die erste Partie der WM-Revanche zwischen Vishy Anand und Magnus Carlsen endete nach 48 Zügen Remis.

Wie liefs?

Ein vorsichtiges Abtasten war das nicht. Jeder wollte gewinnen. Der Herausforderer Anand zeigte sich kämpferisch, riss in der ersten Partiehälfte die Initiative an sich. Der Weltmeister Carlsen geriet unter Druck und verbrauchte viel Bedenkzeit. Viele glaubten gar an eine Sensation. Doch Anand konnte den Druck nicht erhöhen und verlor um den 35. Zug allmählich den Faden. Dass Carlsen im Mittelspiel überlegen ist, hat er heute erneut gezeigt.

Was war der Höhepunkt der Partie?

Ganz klar Anands Eröffnungsbehandlung, mit der er abermals bewies, dass er brandgefährlich ist, wenn er seine vorbereiteten Varianten aufs Brett bekommt.

Was war die Überraschung?

Anands Aufzug mittels 1. d4 stellte für viele eine kleine Überraschung dar, greift er doch üblicherweise zum Königsbauern. Doch Anand hat aus seinem vergangenen Match gelernt, und zeigte sich gut vorbereitet und wandlungsfähig. 

Was bedeutet das für den weiteren Kampf?

Wenn Anand weiterhin Druck in der Eröffnungsphase aufbauen kann, kann es eng werden. Hätte Anand mit den weißen Steinen hingegen verloren, wäre das eine Vorentscheidung gewesen. Nach der ersten Zeitkontrolle im 40. Zug drohte dem Inder eine Auftaktniederlage. Doch so sehr Carlsen auch versuchte, Probleme zu stellen: Anand gelang es, seine Stellung zu verteidigen und so zumindest den halben Punkt zu sichern. Morgen wird mit großer Spannung erwartet, was Carlsen sich die letzten Monate mit den weißen Steinen zurecht gelegt hat. Es darf gerne so weitergehen.

Demnächst auf ZEIT ONLINE: unser Schachexperte Ulrich Stock aus Sotschi mit seiner Reportage zur Partie