Wie ist das Ergebnis?

Ein umkämpftes, aber nicht sehr dramatisches Remis nach 47 Zügen. Die Spieler gehen mit einem 2:2 in den zweiten Ruhetag.

Wie lief es?

Etwas zäh. Während die Partien, in denen Anand die weißen Steine führt, bisher von Beginn an einen offenen Kampf liefern, bleibt Carlsen seiner Strategie des letzten Matches treu, mit Weiß keine Verwicklungen anzustreben, sondern einen ruhigen positionellen Kampf. Als immer mehr Figuren vom Brett fielen, blitzte von Zeit zu Zeit Carlsens gigantisches Talent auf, dem Gegner aus dem Nichts noch Schwierigkeiten bereiten zu können. Doch immer wenn es darauf ankam, fand Vishy einen genauen Zug – Remis!

Was war der Höhepunkt der Partie?

So richtig gab es keinen. Man konnte sich in den ersten paar Zügen auf ein scharfes Sizilianisches Gefecht freuen, bis Magnus mit 3.g3 das Tempo abwürgte. Immerhin: Es ist ein Grund zur Freude, dass wir offensichtlich nicht nur die "Berliner Mauer" sehen werden.

Was war die Überraschung?

Vishy hat dazugelernt! Die Stellung trug zum Teil einen ähnlichen Charakter wie einige aus dem Vorgängermatch oder der zweiten Runde vom Sonntag, als Carlsen so lange hin und herrührte, bis Anand unter Druck einen Fehler beging und einbrach. Heute blieb dieser Effekt komplett aus.

Was bedeutet das für den weiteren Kampf?

2:2. Es ist weiterhin alles offen, für Carlsen war diese etwas vergebene Weißpartie vielleicht ein kleiner Rückschlag. Man wird sehen, ob er in seinen nächsten Weißpartien ähnlich geduldig vorgehen oder das Tempo etwas anziehen wird. Sein Damengambit aus Runde 3 werden wir wohl nicht mehr sehen, daher muss sich auch zeigen, was er gegen 1.d4 noch alles nach Sochi mitgebracht hat. Minimaler psychologischer Vorteil Anand.

Mit dem Schachtool können Sie jeden Zug der Partie nach einmal nachvollziehen.

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