Der europäische Fußballverband Uefa hat im Fall der Krim eine Entscheidung getroffen: Die Vereine der Halbinsel dürfen nicht an Wettbewerben teilnehmen, die vom Russischen Fußballbund (RFS) organisiert werden, teilte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino nach einer Sitzung des Exekutivkomitees in Nyon mit. Der Beschluss gelte mit Beginn des neuen Jahres.

Ohne Zustimmung der Uefa und des Ukrainischen Fußballbundes (FFU) könne der RFS auch keine Wettbewerbe auf der Krim stattfinden lassen. Sollte der Russische Fußballbund gegen den Beschluss verstoßen, würde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, sagte Infantino.

Zugleich werde die Krim bis auf Weiteres fußballerisch als Sonderzone eingestuft. Damit werde die Uefa den Fußball – insbesondere die Jugendarbeit und die Infrastruktur – gesondert fördern. Wie hoch die Mittel dafür ausfallen sollen, werde auf einer künftigen Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees beschlossen. Die Entscheidung sei im Einklang mit den Uefa-Statuten und denen des Fußball-Weltverbandes Fifa und würde es erlauben, dass sich der Fußball auf der Krim entwickeln kann, hieß es in einer Pressemitteilung.

Seit Russland die Region annektiert hat, will der RFS, dass die ukrainischen Clubs in seinen Ligen spielen. Die Ukraine hat einem Übergang aber nicht zugestimmt. Die Krim-Vereine aus den Städten Simferopol, Sewastopol und Jalta traten bislang in der ersten ukrainischen Liga an und wurden nach einem Beschluss der RFS in die dritte russische Liga eingeordnet. Zudem nahmen sie an Pokalspielen in Russland teil. Der ukrainische Verband hatte den Wechsel der Clubs abgelehnt, da die Ukraine die Krim als eigenes Territorium ansieht. Daher hatte die Uefa bereits Mitte August erklärt, dass sie sämtliche Ergebnisse der drei Krim-Clubs in Russland nicht anerkennen werde.

Der Präsident des SKTschF Sewastopol kritisierte die Entscheidung, von der sein Verein betroffen ist. Sie ziele gegen alle, die den Fußball lieben, sagte Alexander Krasilnikow und warf der Uefa vor, Politik und Fußball vermischt zu haben. Krasilnikow kündigte an, dass die Krim-Vereine der Entscheidung des russischen Verbandes folgen würden.

Pawel Ternowoi, der Sprecher des ukrainischen Verbands, sagte, die Entscheidung der Uefa sei nicht die bestmögliche, aber für den Moment optimal.