Wegen der kriselnden Wirtschafts- und Finanzlage gab Russland bekannt, seinen Haushalt für die Fußball-WM 2018 zu kürzen. Die geplanten Einsparungen würden vor allem den Stadionbau betreffen, sagte Sportminister Witali Mutko der russischen Nachrichtenagentur Tass. So werde die Zahl der fest installierten Sitzplätze in einigen Wettkampfstätten mit Zustimmung des Weltverbands Fifa von 45.000 auf 35.000 gesenkt.

Schätzungen gehen von mehr als 30 Milliarden Euro als Kosten für die Weltmeisterschaft in Russland in drei Jahren aus – das wäre etwa doppelt so viel wie 2014 für die WM in Brasilien. Vor allem eine massive Rubel-Schwäche lässt die Ausgaben explodieren. Der niedrige Ölpreis reißt zudem ein riesiges Loch in den Staatshaushalt und durch westliche Sanktionen in der Ukraine-Krise kommen Banken nicht an neues Geld.

Angesichts der fortdauernden Ukraine-Krise gibt es immer wieder massive Kritik an Russland als Austragungsort der nächsten Fußball-WM. Nach dem Abschuss der Passagiermaschine über der Ukraine im vergangenen Herbst sagte Grünen-Politiker Volker Beck: "Man darf eine Fußball-WM nicht in einem Land austragen, das völkerrechtswidrig einen Teil eines anderen Landes annektiert hat."

Die EU dachte sogar über einen Boykott der Meisterschaft nach. Nur Fifa-Chef Sepp Blatter äußerte sich unkritisch. "Wir stellen die WM in Russland nicht infrage", sagte er, nachdem es weltweit auch seitens mehrerer Politiker zu harter Kritik an der Weltmeisterschaft in Russland gekommen war.