Der Weltfußballverband Fifa verliert drei weitere Großsponsoren. Die Unternehmen Castrol, Continental und Johnson und Johnson wollen ihre Ende 2014 auslaufenden Verträge nicht mehr verlängern, bestätigte die Fifa.

Die britische Zeitung Daily Telegraph hatte berichtet, die zur BP-Gruppe gehörende Marke Castrol, der Reifenhersteller Continental und der Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson und Johnson hätten sich auch aufgrund der Korruptionsvorwürfe gegen die Fifa für den Schritt entschieden. Der Marketing-Chef der Fifa, Thierry Weil, widersprach dem Zeitungsbericht. Es sei üblich, dass es am Ende eines Sponsoringvertrags auch Wechsel gebe, sagte Weil.

Die Fifa führe bereits "fortgeschrittene Gespräche mit einigen Firmen" für die kommenden Jahre, sagte Weil. Der russische Ölkonzern Gazprom steht bereits als Sponsor für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland fest.

Fifa muss ohne Sony und Emirates planen

Ende vergangenen Jahres hatten bereits zwei von sechs Hauptsponsoren – der japanische Elektronikkonzern Sony und die arabische Fluggesellschaft Emirates – bekannt gegeben, ihre Verträge mit der Fifa nicht zu verlängern. Insidern zufolge war auch damals schon das schlechte Image des Weltverbandes mit ausschlaggebend.

Zuletzt wurde auch von Sponsorenseite der Druck stärker, die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der nächsten Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar abschließend und vollständig aufzuklären. Dies ist der von der Fifa eigens eingesetzten Ethikkommission aber nicht gelungen. Ihr Abschlussbericht führte sogar zu einem Eklat. Der deutsche Fifa-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert sprach Russland und Katar von jeglichem Fehlverhalten frei und erklärte, es sei kein Grund gefunden worden, das Vergabeverfahren neu aufzurollen.

Der amerikanische Fifa-Chefermittler Michael Garcia widersprach umgehend und warf Eckert zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen seiner Untersuchungen vor. Der italienische Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission der Fifa, Domenico Scala, soll über den weiteren Umgang mit dem Bericht befinden.