Wer spielte wie gegen wen?

FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach 1:0
VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim 3:0
1. FSV Mainz 05 – Hertha BSC 0:2
SC Freiburg – Borussia Dortmund 0:3
VfB Stuttgart – Bayern München 0:2
1. FC Köln – SC Paderborn 0:0
Hamburger SV – Hannover 96 2:1
Werder Bremen – Bayer Leverkusen 2:1
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt 2:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Köln gegen Paderborn, ein 0:0, wenig unterhaltsam, aber doch bemerkenswert. Weil dieses Spiel für die neue Kölner Sachlichkeit steht. Aus dem Chaos-FC, der immer mal für eine Pressekonferenz im Krankenhaus oder die Entgleisung eines Spielers gut war, wurde ein Verein, bei dem Zuverlässigkeit und Fleiß zu Primärtugenden erhoben werden. Man könnte auch sagen: Langeweile. In zehn Heimspielen durften die FC-Fans nur vier Kölner Tore bejubeln. Es ist schon das sechste Mal, dass der FC ein Nullnull, dieses Nichtergebnis, vom Platz bringt. Selbst in der Karnevalszeit machen die Kölner da keine Ausnahme. Die Spieler liefen zwar in eigens angefertigten Trikots auf, in denen ein paar Luftschlangen eingearbeitet waren, jeck wurde auf dem Spielfeld aber keiner. Peter Stöger sagte nach der Partie: "Wenn du die Möglichkeiten nicht nutzt und keine Tore machst, ist dieses 0:0 das bestmögliche Ergebnis." Das bringt dem nüchternen Österreicher zwar keine Bützje, aber wahrscheinlich den Klassenverbleib.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannovers Verteidiger Marcelo hätte sicherlich gerne das Spiel beim HSV verpasst. Gleich zwei Eigentore fabrizierte der Brasilianer und sorgte somit dafür, dass die eigentlich bessere Mannschaft als Verlierer vom Platz schlich. Ähnlich doof sah am Samstag der Mainzer Torwart Loris Karius aus. Nach einem Rückpass eines Kollegen tagträumte er vor sich hin und übersah Herthas Valentin Stocker. Es gab einen Zusammenprall, den der Schiedsrichter Aytekin als Foul bewertete. Eine Entscheidung, die bei Weitem nicht so klar war, wie sie hinterher dargestellt wurde, weil auch die langsamste Zeitlupe nicht auflösen konnte, ob Stocker eher am Ball war. Es gab jedenfalls Elfmeter und Rot für Karius in der 32. Minute, das Spiel war quasi entschieden. Mainz verlor folglich 0:2, Karius war schuld. Der Arme, als ob er mit seinem Namen nicht schon genug Ärger hätte.

Wer stand im Blickpunkt?

Kevin de Bruyne. Es gibt in diesen Tagen nicht viele bessere Bundesligaspieler als den Belgier aus Wolfsburg. Vor einer Woche noch drehte er Bayerns Verteidiger Dante ein paar Dreadlocks in die Beine, jetzt, gegen Hoffenheim, machte er schon wieder zwei Tore. Er und der VfL-Zugang André Schürrle, der bei seinem Debüt gleich zwei Vorlagen lieferte, stellten klar, dass die Vergabe der Champions-Plätze nur über die Wolfsburger Werkself geht. De Bruyne, der sich de Bräune spricht, müsste eigentlich de Röte heißen. Eines seiner Erkennungszeichen, neben Schnelligkeit, Technik und einem Mordswumms, ist seine rote Gesichtsfarbe, die ihm etwas Schelmisches leiht. Er erinnert an den Lausbuben, der unschuldig dreinschaut, im nächsten Moment aber die Kirschen aus Nachbars Garten klaut. Unter der Woche unterstellte de Bruyne einem Balljungen in Frankfurt, der den Ball nicht schnell genug herausgeben wollte, eine inzestuöse Beziehung zu dessen Mutter. Blöderweise stand ein Mikrofon in der Nähe. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt. Etwas kleinlich, meine Herren. Das Wörtchen "Motherfucker" gehört doch längst zur Popkultur. Schauen Sie hier und hier.