Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 hat sich von seinem Trainer Kasper Hjulmand getrennt. Das teilte der Verein via Twitter mit. Hjulmands Nachfolger ist Nachwuchstrainer Martin Schmidt. Der Schweizer trainiert seit 2010 die U 23 der Mainzer. Der 47-Jährige wird das Team am Samstag beim Nachbarschaftsduell mit Eintracht Frankfurt erstmals betreuen, als Assistenztrainer steht Schmidt der ehemalige Mainzer Profi Bo Svensson zur Seite.

Der Verein reagiert mit dem Wechsel auf die sportliche Misere in der Bundesliga. Von den vergangenen 13 Spielen gewann das Team nur eins. Mittlerweile stehen die Mainzer an 14. Stelle der Tabelle und haben nur einen Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Freigestellt werden neben Hjulmand auch die Co-Trainer Keld Bordinggaard und Flemming Pedersen.

"Viele verschiedene Faktoren haben zu einem Negativtrend mit nur einem Sieg aus 13 Spielen und zum Abrutschen in die Abstiegszone geführt", sagte Manager Christian Heidel laut einer Mitteilung des Vereins. "Im Abstiegskampf verschieben sich für uns jetzt die Kriterien, die uns zu einem Wechsel auf der Trainerposition bewogen haben." Zum sportlichen Überleben würden taktische Disziplin, Leidenschaft, Kampfgeist, Aggressivität und Konsequenz benötigt, die sich im Training entwickeln und in den Spielen der Mannschaft zeigen müssten "und darüber hinaus Verein und Fans in einer schwierigen Phase einen und mitreißen können".

Hjulmand ist der sechste Trainer in der laufenden Bundesligasaison, der vorzeitig seinen Posten verloren hat. Er war vor der Saison zum FSV gekommen, nachdem sich Thomas Tuchel freiwillig zurückgezogen hatte. Der Däne erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017.

Hjulmand galt als Erfolgscoach

Hjulmand eilte der Ruf eines absoluten Fachmanns voraus. Den kleinen FC Nordsjælland führte er 2012 mit einem geringen Etat zur dänischen Meisterschaft und in die Champions League. Nach dem misslungenen Debüt der Mainzer mit dem Aus in der Qualifikation zur Europa League und in der ersten Runde des DFB-Pokals fand die Mannschaft unter ihm in die Erfolgsspur und blieb in acht Bundesligaspielen ungeschlagen. Danach aber ging es in der Liga stetig abwärts.

In der Negativserie wurde dem 05-Coach vorgehalten, er sei zu ruhig und beratungsresistent. Zudem habe er das Potenzial des Kaders nicht ausgeschöpft.

Mit dem 47 Jahre alten Schmidt kehren die Mainzer nun wieder zu dem Modell zurück, das bereits mit Tuchel und Klopp Erfolg brachte und zuletzt auch von anderen Vereinen zunehmend praktiziert wurde: Sie setzen auf einen Trainer aus den eigenen Reihen. "Ich bin ein Trainer, der für mutigen Offensivfußball steht, für Pressing, Balleroberungen und Tempofußball", sagte Schmidt.