VfB Stuttgart – Borussia Dortmund  2:3 (1:2)

Mit dem dritten Sieg in Serie hat Borussia Dortmund seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und den VfB Stuttgart tiefer in die Krise gestürzt. Beim Schlusslicht der Fußball-Bundesliga setzte sich der BVB vier Tage vor dem Champions-League-Achtelfinale bei Juventus Turin mit 3:2 (2:1) durch und schaffte erstmals in dieser Bundesliga-Saison drei Siege nacheinander. Pierre-Emerick Aubameyang (25. Minute), Ilkay Gündogan (39.) und Marco Reus (89.) trafen für Dortmund, das Zeichen seiner alten Klasse erkennen ließ, sich auf Platz zehn verbesserte und der allergrößten Abstiegssorgen vorerst entledigte.  

Der VfB zeigte sich über weite Strecken des Spiels wehrlos, dennoch kam es durch den Foulelfmeter von Florian Klein (31.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Dass den Schwaben nach 586 Minuten wieder ein Heimtreffer gelang, war letztlich wertlos wie das zweite VfB-Tor durch Georg Niedermeier in der ersten Minute der Nachspielzeit. Durch die Niederlage wird das Team von Trainer Huub Stevens auch nach Abschluss des 22. Spieltags Tabellenletzter sein – mit mindestens vier Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Platz.

Dortmund dominierte gleich die Anfangsphase und hatte drei Chancen. Kevin Kampl (10.), Nuri Sahin (12.) und Gündogan (15.) scheiterten jedoch an Sven Ulreich im VfB-Tor. Die Schwaben kamen durch Martin Harnik nur zu einem Slapstick-artigen Kopfball (16.).

In der Rückwärtsbewegung hielt zunächst Neuzugang Serey Dié dagegen. Doch der Defensivmann von der Elfenbeinküste war auch bei beiden Gegentoren vor der Pause nicht schuldlos. Er gehörte zu einem Quintett, das Reus bei einem Alleingang nicht stoppen konnte, Shinji Kagawa legte auf Aubameyang ab: 0:1.

Gut gelaunte Stuttgart-Fans warten vergeblich auf Offensive

Der VfB kam aber besser zurück ins Spiel, als es anzunehmen war. Sahin foulte den zum Einschuss bereiten Georg Niedermeier kurz vor dem Tor. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Strafstoß, zeigte dem Dortmunder aber überraschend nicht einmal die Gelbe Karte – auch Rot wäre möglich gewesen. Klein verwandelte sicher und markierte den ersten VfB-Heimtreffer seit dem 18. Oktober.

Die Borussia reagierte fern jeder Abstiegsangst. Technisch überlegen wurde noch vor der Pause die erneute Führung herausgespielt. Kagawa düpierte Dié, legte per Hacke für Gündogan auf, der zu seinem zweiten Saisontor einschoss.

Auf eine wütende Offensive der Stuttgarter warteten die Fans vergeblich. Dortmund hatte durch Kagawa (53.) noch eine gute Möglichkeit, die Ulreich vereitelte. Reus nutzte einen Blackout von Timo Baumgartl zum dritten Tor. Niedermeier verkürzte kurz darauf wieder per Kopfball.

Der BVB hatte schon lange zuvor in einen Energiesparmodus umgeschaltet und bei einigen Kontern auch fahrlässig Chancen vertan. Am Dienstag erwartet Juventus Turin den BVB in der Champions League. Der Tabellenführer der italienischen Serie A ist ein Gegner aus einer anderen Fußball-Welt als der VfB.

Aufstellung Stuttgart: Sven Ulreich - Daniel Schwaab, Timo Baumgartl, Georg Niedermeier, Gotoku Sakai - Florian Klein, Carlos Gruezo, Geoffroy Serey Dié, Adam Hlousek - Martin Harnik, Timo Werner  

Aufstellung Dormund: Roman Weidenfeller - Lukasz Piszczek, Neven Subotic, Sokratis, Marcel Schmelzer - Ilkay Gündogan, Nuri Sahin - Kevin Kampl, Shinji Kagawa, Marco Reus - Pierre-Emerick Aubameyang

Tore:  Aubameyang (25.), Gündogan (39.) Reus (89.) / Klein (32. / Elfmeter), Niedermeier (90.+1)

Karten: Kagawa (8.), Piszczek (75.) / Dié (84.)

Zuschauer: ca. 59.000, Mercedes-Benz Arena, Stuttgart

Schiedsrichter: Deniz Aytekin