Wer spielte wie gegen wen?

VfB Stuttgart – Borussia Dortmund  2:3 (1:2)
SC Paderborn – Bayern München  0:6 (0:2)
FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt  3:1 (1:1)
SC Freiburg – TSG Hoffenheim  1:1 (1:1)
FC Schalke 04 – Werder Bremen  1:1 (0:0)
FC Augsburg – Bayer Leverkusen  2:2 (0:1)
1. FC Köln – Hannover 96  1:1 (1:1)
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach  1:1 (0:0)
VfL Wolfsburg – Hertha BSC  2:1 (1:1)

Welche Spiele durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Jene von Wolfsburg und Gladbach. Nicht, weil sie so schön gewesen wären. Sondern um sich einmal mehr vor Augen zu führen, wie groß der Graben ist, der den Rest der Liga von den Bayern trennt, die Mr. Grey spielten und Paderborn mit 6:0 (und Würde) bei Halbgas verhauten. Den Dritten Gladbach dagegen trennen nach einem krampfigen Last-Minute-Remis gegen den HSV (...!) 18 Punkte von diesen Bayern, also fast ebenso viele wie vom Letzten Stuttgart. Und Wolfsburg quälte sich daheim zu einem 2:1 gegen die Hertha. Zugegeben: Mit einem Flugkopfballtor von Julian Schieber war auch nicht zu rechnen – im Gegensatz zum nächsten Dostelpack. Und damit, dass weder Sie noch ich Emma Watson abkriegen werden.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Beim Abpfiff des sogenannten Bundesliga-Spiels zwischen Stuttgart und Dortmund nach 93 Minuten fühlte man sich um die Jahre betrogen, die seit Anpfiff vergangen schienen. Der VfB erfüllte nicht ein einziges aller denkbaren Definitionskriterien für professionelle Fußballmannschaften – der BVB benötigte dennoch den von Marco Reus erlaufenen und eingeschobenen katastrophalen Rückpass eines 18-Jährigen, um 3:2 zu siegen, weil ganz am Ende noch mal alles selig pennte. Dortmunds nächste Gegner sind Turin und Schalke, die schwarz-gelbe Misere ist trotz neun Punkten aus den letzten drei Spielen noch nicht passé.

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Über die Dreifach-Bestrafung, also Elfmeter plus Rot und anschließende Sperre für ein Foul im Strafraum, das eine klare Torchance vereitelt. Dass der Ostwestfalen-Verteidiger Florian Hartherz wegen nichts als einem robusten Ausfallschritt in Richtung Robben vom Platz flog, lag aber nicht an der Hartherzigkeit von Schiri Bastian Dankert. Es war de facto die falsche Entscheidung (was sogar Matthias Sammer zugab), de jure aber die einzig richtige – das Regelwerk lässt keinerlei Entscheidungsspielraum zu. Am Freitag hatte Deniz Aytekin Dortmunds Sahin trotz Tritts im Fünfer ohne Karte davonkommen lassen und damit exakt die Anarcho-Attitüde unter Beweis gestellt, zu der wir ihn vor zweieinhalb Jahren ermutigt hatten. Für diese mit Augenmaß vielleicht "unterbewusst bewusst" (O-Ton Dieter Hoeneß) getroffene Entscheidung hagelt es allseits Anerkennung – und zweifellos Kritik von den Ober-Schiris. Das International Football Association Board könnte den Zwang zur Dreifach-Strafe in seiner Sitzung am Samstag abschaffen. Hätte es aber auch schon drölfzig Milliarden Mal zuvor tun können.