Ich habe ein großes Problem: Es gibt nichts, über das ich schreiben könnte, kein Witz. Ich habe in dieser Woche einfach nichts getan. Ich habe so gut wie nicht gedacht, von körperlicher Aktivität ganz zu schweigen. Fragen Sie mich nicht, wieso, es ist einfach so passiert. Manchmal ergeben sich die Dinge einfach so, stimmt's?

Deshalb sollte ich in dieser Woche vermutlich einfach auf die Kolumne verzichten. Wer nichts hat, über das er schreiben kann, sollte nicht schreiben. Und bei dem Geld, das ich pro Artikel bekomme, wäre es kein großer Verlust. Das hier ist Onlinejournalismus, und als Onlinejournalist verdient man, wir haben bereits darüber gesprochen, so gut wie nichts. Meine Redakteure, die nichts lieber tun als Geld zu sparen, wären vermutlich extrem froh, wenn ich eine Woche aussetzen würde. Aber verraten Sie ihnen nicht, dass ich das gesagt habe, ich will ihnen nicht die Freude bereiten, noch mehr Kleingeld zu sparen. Ich werde diese Kolumne schreiben, egal wie.

Die Frage ist nur: Worüber soll ich schreiben? Haben Sie eine Idee? Fällt einem von Ihnen, liebe Leser, etwas ein, das Sie gerne besprochen sehen würden? Ich schreibe über jedes Thema, das Sie wollen; sagen Sie mir einfach, worüber Sie etwas lesen wollen, und ich liefere.

Soll ich vielleicht über Angela Merkel schreiben? Seit ein paar Tagen überlege ich, sie zu kontaktieren und mit ihr ein paar der brennendsten Fragen unserer Zeit zu besprechen. Und als sie in die Vereinigten Staaten aufbrach, um mit Barack über die Ukraine und Afghanistan zu reden, stieg auch ich in ein Flugzeug in die Vereinigten Staaten.

Die körperliche Betätigung, die für mich in dieser Woche auf dem Programm steht, ist das Fliegen. Fliegen ist eine gute Methode um abzunehmen. Wirklich. Das Essen im Flugzeug ist so schlecht, dass ich die gesamte Flugzeit hoffe, dass irgendeine gewaltige Turbulenz uns zur Notlandung in einer entfernten Küche auf irgendeiner tollen Insel zwingt. Egal, wo das Flugzeug landet, das kann ich Ihnen versichern, das Essen wird dort besser sein als in den meisten amerikanischen und deutschen Flugzeugen.

Verdammt! Der Flug verläuft so reibungslos, dass die Chance auf eine Notlandung innerhalb der nächsten zehn Stunden gegen Null geht.

Als wir schließlich die US of A erreichen, sind mir Angela und Barack, die Ukraine und Afghanistan verständlicherweise ganz egal. Ich will nur noch essen. Und zwar viel!

New York. So ein merkwürdiger Ort. Ich bin fast ein Jahr lang nicht hier gewesen und muss mich erst wieder darauf einstellen. Es ist so anders als Deutschland! Erstens: die Bahnhöfe. Hier in New York sind die dreckiger als die Rote Flora in Hamburg. Und dann sind da noch diese Menschen hier, die Amerikaner. Die sind so anders. Die Deutschen sind gebildet. In Deutschland sind sogar die Kinder hochgebildet. Aber die amerikanischen Kinder – tut mir leid, das so offen sagen zu müssen – haben von überhaupt nichts eine Ahnung. Sie wollen nur Eis essen, nach Disneyland fahren, und schon am Tag ihrer Geburt müssen sie das neueste iPhone haben. Unglaublich! Die deutschen Kinder sind völlig anders. Kurz bevor ich aus Deutschland abreiste, zeigte mir eine deutsche Lehrerin ein Lehrbuch für Dritt- und Viertklässler. Faszinierend! Das Buch, das von den deutschen Schulbehörden freigegeben wurde, ist unglaublich gut für den Verstand der Kinder. Hier ist ein Kapitel über einen Jungen, der mit seinen Spaghetti spielt, während die Mama über seinen bevorstehenden Geburtstag spricht. In einem anderen Kapitel geht es um den Papa, der stark und klug und lustig ist, und zwischen diesen beiden Kapiteln findet sich eines über mächtige Menschen, bekannt unter dem Namen "Juden", die ohne erkennbaren Grund eines Tages in einem Land namens Palästina auftauchten und das Land besetzten. Das ist Bildung! Ein bisschen Spaghetti, ein bisschen witziger Papa, und dann die, die einem alles verderben: die Juden. Das ist Kultur!