Die Spieler des VfB Stuttgart und des SC Freiburg sollen in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren mit Anabolika gedopt worden sein. Das teilte die Untersuchungskommission zur Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg mit. Neue Aktenbestände würden belegen, dass Anabolika-Doping "in systematischer Weise" stattgefunden habe. Eine namentliche Zuordnung von einzelnen Spielern sei nicht möglich.

Es lasse sich "erstmals auch für den Profifußball sicher beweisen", schreibt das Kommissionsmitglied Andreas Singler in einer Mitteilung, die offenbar nicht mit der Kommission abgestimmt wurde. Die Vorsitzende des Gremiums, Letizia Paoli, bestätigte, dass die Vorwürfe inhaltlich korrekt seien.

Der VfB Stuttgart teilte mit, dass ihm das Gutachten nicht vorliege und er die Vorwürfe deshalb nicht beurteilen könne. Der Verein sei daran interessiert, den Sachverhalt aufklären zu lassen, heißt es in der Mitteilung. Der SC Freiburg teilte mit, er werde die Kommission "komplett unterstützen und alles dafür tun, damit die Vorgänge der damaligen Zeit aufgeklärt werden können".

Hans-Jürgen Sundermann, der den VfB Stuttgart von 1976 bis 1978 und von 1980 bis 1982 trainierte, sagte der Bild-Zeitung: "Das ist absurd. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen und halte das für völlig ausgeschlossen." In dem von der Kommission genannten Zeitraum spielten für den VfB Stuttgart unter anderem der heutige Bundestrainer Joachim Löw sowie die damaligen Nationalspieler Hansi Müller und Dieter Hoeneß.

Die Untersuchungskommission fasste die neuen Erkenntnisse in einem 60-seitigen Gutachten zusammen, schreibt Singler weiter. Das Gremium werde in den kommenden Wochen darüber beraten, ob das Papier veröffentlicht werden soll, bevor der Abschlussbericht fertiggestellt wird.

Die ehemaligen VfB-Profis Karlheinz Förster und Karl Allgöwer haben sich gegen die Doping-Vorwürfe gewehrt. "Ich war zwar bei Dr. Klümper, habe mit diesen Dingen aber nie etwas zu tun gehabt", sagte Allgöwer dem Kicker. Wie Förster wurde er mit Stuttgart 1984 deutscher Meister. Das Gremium untersucht die Doping-Vergangenheit der Universität Freiburg. Dr. Armin Klümper war dort lange Arzt.

Förster äußerte sich mit Blick auf erst kürzlich vom SWR veröffentlichte Zitate, die mehrere Medien bei der Berichterstattung über die Doping-Vorwürfe der Kommission verwendeten. "Die Sätze in der Dokumentation sind überhaupt nicht im Zusammenhang mit dieser Thematik zu sehen", sagte der Europameister von 1980. Er habe damit seine Verletzungen gemeint. Wegen Knöchel- und Rückenproblemen sei er von Klümper behandelt worden. Doping sei abwegig: "Ich hatte nie mit diesem Thema zu tun."

In der Dokumentation sagte Förster: "Wenn's Spitz auf Knopf ging, da haben wir gesagt: 'Mensch Professor, ich muss am Samstag wieder ran.' Da hat man auch mal was Unvernünftiges gemacht."