Das von Ausschreitungen begleitete Spiel zwischen Montenegro und Russland in der EM-Qualifikation ist in der zweiten Halbzeit abgebrochen worden. Nach erneuten Zuschauerrandalen in Podgorica beendete der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin das Spiel in der 67. Minute vorzeitig.

Bereits nach 20 Sekunden war es zum Eklat gekommen, als der russische Nationaltorhüter Igor Akinfejew von einem Feuerwerkskörper am Kopf getroffen worden war. Der Profi vom ZSKA Moskau brach bei der Aktion zusammen und wurde auf einer Trage vom Platz gebracht. Nach einer ersten Untersuchung im Stadion wurde Akinfejew im Krankenhaus behandelt, wie ein russischer Sprecher mitteilte. Der 28-Jährige soll Brandverletzungen erlitten haben, war aber bei Bewusstsein.

Nach der Aktion unterbrach der Schiedsrichter das Spiel für 35 Minuten, pfiff die Partie dann aber wieder an. Zwischen den beiden Fanlagern kam es immer wieder zu Rangeleien. In der zweiten Spielhälfte kam es dann zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen beiden Teams. Die russischen Spieler verließen das Spielfeld, das Spiel wurde vorzeitig abgebrochen.

Es war nicht der erste Zwischenfall in der laufenden EM-Qualifikation. Im Oktober war das Spiel zwischen Serbien und Albanien abgebrochen worden. Auslöser war eine per Fernsteuerung ins Stadion gelenkte Drohne, an der eine Fahne mit einer Abbildung Großalbaniens befestigt war. Danach kam es zu Ausschreitungen. Die UEFA wertete die Partie nachträglich mit 3:0 für Serbien, zog aber gleichzeitig den Gastgebern diese drei Punkte wieder ab. Beide Verbände wurden außerdem mit einer Geldstrafe von jeweils 100.000 Euro belegt.

Der Skandal in Podgorica wird wohl auch ein Nachspiel für Montenegro haben. Es ist gut möglich, dass die UEFA das Spiel nachträglich zugunsten Russlands wertet. So war bereits in ähnlichen Fällen entschieden.