4. Die Kosten für die allgemeine Infrastruktur

Dieser Etat wird gerne als Sowieso-Etat bezeichnet. Was hier verbaut wird, habe nicht unbedingt mit Olympia zu tun, komme aber irgendwann sowieso, sagen die Olympia-Enthusiasten. Was aber nicht stimmt. In London fielen unter diesen Posten Brücken, Straßen, Stromleitungen, vor allem rund um und auf dem Weg zu den Wettkampfstätten. Eine riesige Brache und die umliegenden Wohnviertel wurden aufgewertet. Nebeneffekt: Gentrifizierung. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde ausgebaut, ebenfalls vor allem in Olympianähe. London kostete das insgesamt etwa 3,2 Milliarden Euro.

Hamburg möchte mit dem Kleinen Grasbrook eine vernachlässigte Region südlich der Elbe aufwerten. Beide deutschen Städte haben noch keine Schätzungen über die zu erwartenden Infrastrukturkosten veröffentlicht.

5. Die Sicherheitskosten

Wird ein immer größeres Thema, weil die Welt unruhiger wird. Hiermit sind nicht die Ordner im Stadion gemeint, die fallen in den Organisationsetat, sondern Polizisten, Soldaten und Geheimdienstler. In London stiegen die Sicherheitskosten kurz vor den Spielen rasant. Am Ende standen eine Milliarde Euro. Bei den Winterspielen in Sotschi wurde es doppelt so teuer.

Spiele in Hamburg oder Berlin müssen mit beträchtlichen Sicherheitskosten rechnen, je nachdem, wie sicher die Welt im Jahr 2024 ist.

6. Sonstiges

Ein verhältnismäßig großer Posten, in den alles reingesteckt wird, was sonst nirgendwo zuzuordnen ist. Hierunter fallen zusätzliche Ausgaben für Paralympische Spiele, für aufgelegte Sportprogramme, Rückstellungen und Umbauarbeiten des Olympiaparks. In London addierte sich das alles auf weitere 2,5 Milliarden Euro.

Summe

Insgesamt kosteten die Olympischen Spiele 2012 in London also etwa 13,5 Milliarden Euro. Das soll nur ein grober Überblick sein. Abweichungen ergeben sich schon beim angenommen Wechselkurs (hier: 1 Pfund = 1,20 Euro). Vor allem aber bei Fragen, was noch zum Olympiatopf dazugerechnet werden könnte. Die 900 Millionen Euro etwa, die die Stadt für den Kauf des Olympiageländes ausgeben musste. In anderen Schätzungen ist demnach von 15,6 Milliarden Euro die Rede. Der britische Fernsehsender Sky Sport errechnete gar Gesamtolympiakosten in Höhe von 28,8 Milliarden Euro.

Was aber feststeht: Olympische Spiele werden immer teurer als geplant. Forscher der Universität Oxford fanden heraus, dass die durchschnittliche effektive Kostenüberschreitung bei Olympischen Spielen 252 Prozent betrage, die Spiele also zweieinhalbmal teurer werden, als ursprünglich kalkuliert. Dass es ausgerechnet in Hamburg oder Berlin, den Städten der Elbphilharmonie und des BER, nicht der Fall sein sollte, wäre dann doch überraschend.