Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Freiburg gegen Bremen. Allein schon wegen des Rasens. Der soll in Freiburg besonders gut sein. Das ist wichtig, weil der Rasen in dieser Woche großes Thema war. Bei ihren Ausflügen in niedrigklassigere DFB-Pokalgefilde mäkelten die Dortmunder (in Dresden) und Bremer (in Bielefeld) über den buckligen und grauen Untergrund. Darauf könne doch keiner Fußball spielen, sagten sie. Etwas wohlfeil, weil sich halt nicht jeder Drittligist teure UV-Bestrahlung fürs Grün leisten kann. Toni Kroos erlebte mit einem Blöder-Rasen-Tweet gar einen kleinen Shitstorm, nachdem sein Bruder mit dem SV Werder über eben jenen schlechten Rasen stolperte und ausschied. Für uns Kreisligahelden war aber beruhigend zu sehen, dass auch den Herren Stars der Ball verspringt, sobald sie nicht über handgestickten Rollteppich schweben. Vielleicht steht zwischen uns und der Champions League ja doch nicht viel mehr als ein besseres Geläuf?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das des Drittligisten Dynamo Dresden gegen Sonnenhof Großaspach. Es sei denn, sie mögen Mixed Martial Arts und Bushido. Denn sie sind am Pokaldienstag sicherlich Fan des Dresdner Innenverteidiger Dennis Erdmann geworden. "Ich habe früher Kreisliga gespielt, da haben wir uns kurz gerieben und weitergespielt", sagte Erdmann nach seinen Tritt gegen Marco Reus. Ein Foul, so gemein, dass jeder Kreisligaverteidiger, der etwas auf sich hält, damit nichts zu tun haben möchte. Erdmann aber plapperte nach der Partie munter weiter. Zum Beispiel wie es so mit Ciro Immobile war. "Ich habe ihm ein paar Sprüche gedrückt, ihn ein bisschen malträtiert, wie das halt so im Fußball ist", sagte Erdmann. "Hätte er mich geschlagen, hätte ich mich natürlich fallenlassen." Ein echter Sportsmann, der Dresdner, der mit zwölf Gelben Karten in 21 Spielen den Verwarnungsrekord im deutschen Profifußball hält. Im Grunde seiner Seele aber, und so ist es ja oft mit den auffälligsten Tretern, ist Erdmann ein Softie. Er ließ sich die Lippen seiner Freundin auf den Hals tätowieren. Dagegen hilft übrigens nicht einmal reiben.

Wer steht im Blickpunkt?

Die Fußballkommentatoren. Marcel Reif wurde innerhalb weniger Tage zweimal von Fans attackiert. Reif macht dieses Wochenende Pause, aber vielleicht wird ja ein Kollege beschimpft. Und vielleicht muss Reif am kommenden Wochenende mit einem Bodyguard nach Dortmund. Warum die Aufregung? Möglicherweise weil Reif klüger, witziger und spitzer ist, als viele andere in diesem Fußballgeschäft.