Jürgen Klopp wird den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund nach sieben Jahren zum 30. Juni 2015 verlassen. Man habe der Bitte des 47-Jährigen um eine vorzeitige Auflösung seines bis 2018 gültigen Vertrages entsprochen, erklärte der Fußball-Bundesligist. Zuvor hatte bild.de berichtet, der 47-Jährige habe BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gebeten, ihn zum Sommer aus seinem Vertrag zu entlassen.

Klopp sagte auf einer Pressekonferenz, sein Abschied sei eine "absolut richtige Entscheidung". Er habe zuletzt nicht mehr das Gefühl gehabt, der perfekte Trainer für Dortmund zu sein. "Man ist Profi und muss so eine Entscheidung treffen", sagte Klopp.

Für die Zeit nach seinem Abschied habe er noch keine konkreten Pläne, sagte Klopp. "Ich habe nicht geplant, ein Sabbatical zu machen, aber im Trainerjob kann es sein, dass ich es machen muss." Einen neuen Arbeitgeber habe er nicht in der Hinterhand, versicherte Klopp. "Es ist nichts strukturiert, es ist nichts geplant, nichts taktiert", sagte der Trainer.  

BVB lässt Klopp-Nachfolge offen

Watzke sagte sichtlich gerührt: "Wir haben einige Gespräche geführt und dabei die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass der Weg, den wir sieben Jahre lang mit unglaublichem Erfolg gegangen sind, am Saisonende zu Ende geht. Das hat mich und Jürgen sehr angefasst." Klopp könne sicher sein, "dass dir der ewige Dank aller Borussen zuteil wird", sagte Watzke, der sich zu der Nachfolge Klopps noch nicht äußern wollte. Man setze bei der Suche auf "Sicherheit vor Schnelligkeit", sagte Watzke. Zuvor hatte Pressesprecher Sascha Fligge erklärt, man werde keine Fragen über die Nachfolge beantworten. Das gebiete "der Respekt vor diesem großartigen Trainer".

Klopp fühle sich nach sieben Jahren und drei Titeln ausgelaugt und wolle eine Auszeit nehmen, hatte bild.de vorab berichtet. Mit Borussia Dortmund wurde Klopp zweimal Deutscher Meister und einmal Pokalsieger, im Jahr 2013 erreichte der Club das Champions-League-Finale.

In dieser Saison erlebt der BVB unter Klopp aber einen Absturz. Mit nur 33 Punkten liegt der Club aktuell auf Platz 10, der Klassenerhalt ist noch nicht endgültig gesichert. Die Schwarz-gelben hatten die Hinrunde auf Platz 17 beendet. Die Vereinsführung von Borussia Dortmund hatte in den vergangenen Monaten allerdings immer wieder versichert, Klopp stehe als Trainer nicht zur Debatte.

Von 1990 bis 2001 war Klopp Fußballprofi in Mainz. Vom 28. Februar 2001 an trainierte Klopp die Mannschaft des 1. FSV Mainz 05, mit dem er in der Saison 2003/2004 den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffte. Den BVB trainiert Klopp seit dem 1. Juli 2008.

Klopp genießt in Dortmund Kultstatus

Im Jahr 2011 feierten Klopp und der BVB den ersten gemeinsamen Meistertitel. Der Schwabe wurde als Vater dieses Erfolgs gefeiert. Spätestens seit jenem Jahr hat Klopp in Dortmund Kultstatus. Sportdirektor Michael Zorc schwärmte einst, der Coach sei sein "bisher bester Transfer als Manager" gewesen.

Unter Klopp schafften Profis wie Mats Hummels, Mario Götze, Sven Bender, Kevin Großkreutz und Marcel Schmelzer den Sprung in die Nationalmannschaft, der Gesamtwert des Teams wuchs beträchtlich. Die Klopp-Auswahl dominierte zwischenzeitlich die Liga, Laufintensität, enorme taktische Disziplin und schnelle Angriffsaktionen prägten diese Ära.

Die Nachfolge von Klopp könnte Thomas Tuchel antreten. Damit könnte es ähnlich wie einst beim FSV Mainz 05 laufen: Ein Jahr nach dem Weggang von Klopp übernahm Tuchel 2009 dort den Cheftrainerposten. Der BVB bietet Tuchel angeblich einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von bis zu 20 Millionen Euro. Was fehlt, sei die endgültige Einigung, schreibt bild.de. Tuchel, der sich bis zum Saisonende eine Auszeit genommen hat, war auch beim Tabellenletzten Hamburger SV im Gespräch. Die Norddeutschen präsentierten aber am heutigen Mittwoch Bruno Labbadia als neuen Trainer.