Bundesliga live: Freiburg und Paderborn steigen ab

Zwei Tore von Hannover stürzen Freiburg ins Unterhaus. Stuttgart siegt in Paderborn, der HSV wird 16. Lesen Sie alles zum letzten Bundesliga-Spieltag in unserem Blog.
Absturz am letzten Spieltag: Freiburgs Karim Guede liegt am Boden beim 0:2 in Hannover. © Peter Steffen/​dpa

Fazit:

Bundesliga ist, wenn dort (München) eine Meisterschaft gefeiert und da (Paderborn) geheult wird. Bundesliga ist, wenn die totgesagten (HSV) doch noch zucken und die, die vor einer Woche noch die Sensation bejubelten (Freiburg), doch absteigen.

Der HSV hat sich auf einen Relegationsplatz geschleppt, man kennt das ja. Stuttgart und Hannover haben sich mit ihren Siegen selbst aus ihrer Schlamasselsaison befreit und dürften froh sein, dass es im kommenden Jahr bei null losgeht. Paderborn und Freiburg, die beiden Kleinen, müssen in die Zweite Liga. Das ist eigentlich das Normalste der Welt, aber schade ist es schon. Bei Asterix wollte ja auch keiner, dass die Römer immer gewinnen.

  • 17.31 Uhr Was war sonst noch? Der FC Bayern begießt die Meisterschaft. Alex Meier wird Torschützenkönig. Jürgen Klopp geht mit einem Vollgas-Sieg (er wünscht sich sicher noch einen). Köln spielt mal nicht 0:0, sondern 2:2. Der VfL Wolfsburg wird the best of the rest, also Zweiter. Die Hertha verliert wieder, bleibt aber trotzdem drin, eine Taktik, die in der kommenden Saison schwierig werden könnte.

  • 17.26 Uhr In Paderborn und bei Freiburg fließen also die Tränen. Der SC Paderborn verabschiedet sich nach einer tapferen Saison aus der Bundesliga. Es war schön mit euch. Traurig bin ich auch über den Abstieg des SC Freiburg, nach sechs Jahren Erster Liga. Der Auftritt des HSV-Gegners Schalke war dagegen blamabel. Glückwunsch nach Stuttgart und Hannover.

  • 17.23 Uhr Abpfiff in Hannover. (Hat der Schiri da wirklich auch die Nachspielzeit der Nachspielzeit nachspielen lassen?). Egal, alles aus. Es sollte eine spannende Abstiegskonferenz werden, es wurde eine spannende Abstiegskonferenz. Hätte der SC Freiburg sein Anschlusstor fünf Minuten eher....aber lassen wir das. So steigen Freiburg und Paderborn ab, die beiden Kleinen. Der HSV rettet sich in die Relegation. Alle anderen bleiben in der Liga.

  • 17.22 Uhr In Paderborn ist Schluss. Aber noch eine Minute in Hannover. Der HSV zittert. Kann sich schon mal an kommende Woche gewöhnen.

  • 17.21 Uhr Oh, doch nochmal Tor in Hannover, Nils Petersen, das 1:2. Ein weiteres Tor für Freiburg und sie hätten es doch noch geschafft. Hui, der Ruhepuls.

  • 17.18 Uhr Abpfiff in Hamburg. 2:0 siegt der HSV gegen peinliche Schalker, das ist der Relegationsplatz. Paderborn könnte mit einem Tor noch dafür sorgen, dass der HSV direkt drin bleibt.

  • Tor in Hannover, 2:0 für Hannover 96. Bürki und Krmas behindern sich gegenseitig. Irgendwie hoppelt der Ball über die Linie. Das wars dann wohl für den SC und für Paderborn. Den beiden helfen nur noch Fußballwunder.

  • 17.08 Uhr Jetzt vielleicht. Freistoß für den SC Freiburg kurz vor dem Strafraum des Gegners. Der Ball geht in die Mauer, Nachschuss abgeblockt. Die ganze Liga schaut jetzt hierher, nach Hannover.

  • 17.04 Uhr Jetzt müssen die Freiburger also was tun. Praktischerweise wurde auch Nils Petersen eingewechselt, der einzige Freiburger, der Tore schießt. Warum eigentlich erst jetzt, Herr Streich? Mit einem Freiburger Tor würde der HSV dann sogar direkt absteigen. Trotz der 2:0-Führung. Puh!

  • 17.02 Uhr Abstiegskampf 2015 bedeutet, dass man nach jedem Tor den Taschenrechner zücken muss. Also: Stuttgart hüpft auf Platz 14, Freiburg rutscht auf die 17, würde als direkt runter gehen. Der HSV müsste mal wieder in die Relegation. Wie die ausgeht, ahne ich schon. 0:0 und 1:1.

  • 16.59 Uhr Tor in Paderborn, der VfB Stuttgart führt 2:1, Daniel Gincek. Wer sonst? Gincek umkurvt den Tormann, Paderborn bekommt den Ball nicht mehr von der Linie gekratzt.

  • 16.57 Uhr Wenn der Fußball die Gesetze der Logik aushebelt: Die Partie gegen Paderborn könnte ein Spiel mit zwei Verlierern werden.

  • 16.52 Uhr Der SC Paderborn müht sich um ein Tor, also um den Sieg, aber selbst der würde wegen des HSV-Sieges nicht mehr reichen. Stuttgart dagegen könnte mit einem Sieg gar auf Platz 14 springen. Dann wäre der HSV auf dem Relegationsplatz. Wenn Freiburg noch treffen sollte, würde er sogar direkt runter gehen. Glaube ich.

  • 16.45 Uhr Tor für den HSV. Das gibts doch nicht. Rajkovic zum 2:0. Ein Holtby-Freistoß, der Innenverteidiger köpft ein gegen körperlose Schalker. Camus freut sich.

  • 16.42 Uhr Nun wäre der SC Freiburg auf einem Relegationsplatz. Es soll ja Menschen geben, die auch dem SC Freiburg den Abstieg wünschen. Aber: Wie hartherzig muss man  sein? Ein verrückter Trainer, eine starlose Mannschaft, die trotzdem ganz netten Fußball spielt. Ein enges Stadion mit lauten Fans. Und die Sonne scheint auch immer. Wer möchte, dass Freiburg absteigt, war bei Asterix auch immer für die Römer.

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Vorbemerkungen:

Vielleicht hilft ja Camus. Bevor jetzt jemand fragt "Häh, wo spielt denn der?", das war ein französischer Philosoph. Ginge es nach ihm, müssen wir uns den Abstiegskämpfer als glücklichen Menschen vorstellen. Weil der Abstiegskämpfer, also so ein Heiko Westermann, der Sisyphos des Fußballs ist. Er strebt eigentlich nur nach dem Erhalt des Status Quo. Der Abstiegskämpfer kämpft im Grunde darum, auch in der kommenden Saison gegen den Abstieg kämpfen zu dürfen. Eigentlich absurd. Aber ein Heiko Westermann nimmt diese Absurdität an, das sieht man. Und genau darum geht es im Leben. So ähnlich sagt das zumindest dieser Camus.

Aber genug mit diesem philosophischen Quatsch. Entscheidend ist auf dem Platz. Und da wird es heute zugehen. Es winkt einer der spannendsten Abstiegskämpfe der Bundesligageschichte. Gleich sechs Mannschaften müssen sich sorgen, in der kommenden Saison nicht den FC Bayern zu empfangen, sondern den 1. FC Heidenheim (liebe Heidenheimer, das soll jetzt nicht so klingen, wie es klingt).

Es kann erwischen: Den tapferen Underdog aus Paderborn. Den trägen Dino aus Hamburg. Die Underperformer aus Stuttgart. Die glücklosen Hannoveraner. Die verrückten Freiburger. Und theoretisch auch noch die Hertha. Die Konstellationen sind so kompliziert, dass ich sie an dieser Stelle alle gar nicht ausführen kann. Ich möchte aber auf den Spickzettel aufmerksam machen, den @Stephan535 am Wochenende ins Netz gestellt hat. Der hilft.

Ansonsten freuen wir uns auf spannende 90 Minuten. Auf jubelnde Gerettete und ja, auch auf weinende Gescheiterte. Denn: Gibt es Tränen, die mehr berühren als die Abstiegstränen gestandener Mannsbilder? Um es mit Camus zu sagen: "Der Kampf gegen den Abstieg vermag ein Menschenherz auszufüllen." Oder ist am Ende vielleicht alles doch nur ein Spiel?

Wir bloggen live und wenn Sie Lust haben, machen Sie mit. Einfach kommentieren, auf die interessantesten Wortmeldungen werde ich im Blog eingehen. Bis dahin unterhalte ich Sie mit etwas Musik. Wer eine Anspielung auf den HSV erkennt, der ... kennt sich aus.

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