ZEIT ONLINE: Was können Verbände gegen Diskriminierung tun?

Walther-Ahrens: Nicht alles liegt in ihrer Verantwortung und ich will das Ehrenamt nicht überfrachten. Aber ich würde mir mehr Bewusstsein für ihre Wirkung wünschen. Verbände könnten Vereinen, Trainern oder Schiedsrichtern einen Leitfaden erstellen, wie sie mit dem Problem umgehen. Oder auch mal sportgerichtlich durchgreifen. Dass Fußball nur Fußball ist, wie viele behaupten, stimmt ja nicht. Das tat es noch nie. Fußball ist so viel mehr, gerade im Breitensport.

ZEIT ONLINE: Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Es gibt mehr als eine Million Mitgliederinnen im DFB. Beobachten Sie über die Jahrzehnte gar keinen Fortschritt?

Walther-Ahrens: Doch, alleine die Zahl sagt ja schon was aus. Ich finde es auch gut, dass heute in Berlin das Champions-League-Finale stattfindet. Besser hätte ich es gefunden, wenn sich der Landesverband dort hätte präsentieren dürfen. Und Vorurteile gegen Fußballerinnen halten sich trotz allen Wachstums und aller Erfolge.

ZEIT ONLINE: Wie geht’s bei Ihnen weiter? Verabschieden Sie sich für immer aus den Gremien?

Walther-Ahrens: Ja. Ich war es satt, immer wieder bei Null anzufangen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass es zu wenige Frauen auf diesem oder jenem Podium oder in den Vorständen gibt.

ZEIT ONLINE: Und als Spielerin?

Walther-Ahrens: Ich will noch mit 60 kicken, wie mein Vater. Für Männer ist auch das selbstverständlicher als für Frauen.