Wer spielte wie gegen wen?

Hamburger SV – SC Freiburg 1:1
Hannover 96 – Werder Bremen 1:1
Borussia Dortmund – Hertha BSC 2:0
Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 3:0
Bayern München – FC Augsburg 0:1
Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 3:1
VfB Stuttgart – FSV Mainz 05 2:0
SC Paderborn – VfL Wolfsburg 1:3
1. FC Köln – Schalke 04 2:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Stuttgart gegen Mainz. Die Stuttgarter Fußballfans sind launisch. Läufts schlecht, wird gemeckert, was das schwäbische Mundwerk hergibt. Läufts gut, kann die Stimmung grandios sein im Neckarstadion. So wie gegen Mainz. Da erwärmte ein Rückkehrer die VfB-Herzen. Daniel Didavi, das Talent aus dem eigenen Gewächshaus, konnte nach langwieriger Verletzung endlich wieder ran. Sofort war er der gefährlichste Spieler auf dem Feld. In der ersten Halbzeit landete sein Fernschuss am Innenpfosten. In der zweiten Halbzeit benötigte er ein bisschen Glück, dass der gebürtige Biberacher Loris Karius im Mainzer Tor seinen Ball aus 35 Metern durchließ. Das Publikum feierte einen verdienten Sieg der spielerisch überlegenen Heimelf. Die Fans schlenderten zum Wasen, dem Stuttgarter Frühlingsfest. Diesem Abend war nicht anzumerken, dass es sich beim VfB um den Tabellenletzten handelt. Lange haben wir über Langeweile geklagt, doch momentan ist die Bundesliga unberechenbar. Gegen diesen Letzten hätten es zurzeit viele andere schwer, vielleicht sogar der Erste. Und erstmals liegen vor dem vorletzten Spieltag nur zwei Punkte zwischen Platz 14 und 18. Die Bundesliga ist endlich eine Liga, also eine Gruppe von Gleichstarken, ein einzig Volk von Brüdern. Sie erfüllt unser aller Ideal, den urmenschlichen Wunsch nach Gleichheit.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannover gegen Bremen. Was sich beim Bremer Tor in der 78. Minute auf Hannovers Torlinie abspielte, war sinnbildlich für die Lage von 96. Werders Zlatko Junuzović schoss einen seiner gefürchteten Freistöße und Edgar Prib löste sich aus der Mauer, um seinem Keeper Ron-Robert Zieler zu helfen. Doch der Ball passte genau in das winzige Viereck zwischen Latten, Pfosten, Pribs Kopf und Zielers Hand. Die beiden kollidierten in der Luft, fielen und Prib legte eine unfreiwillige Rückwärtsrolle in den sehr flüchtigen Handstand hin. Hannover kann sich zurzeit verrenken, wie es will, kann den Gegner, wie am Samstag, so beherrschen, dass der fast nicht aufs Tor schießt. Aber ein Sieg springt nicht raus. Noch immer hat 96 kein Spiel in dieser Rückrunde gewonnen.

Und die beiden Sonntagsspiele natürlich, denn es war Muttertag. Die Spieler von Ajax Amsterdam gingen mit ihren Müttern auf den Platz.


Wer stand im Blickpunkt?

Patrick Herrmann und Christoph Kramer, zwei der Gladbacher Helden beim 3:0 über Leverkusen. Beide haben großen Anteil daran, dass Gladbach die mit Abstand beste Elf der Rückrunde ist, Bayern, Wolfsburg, Leverkusen und Dortmund geschlagen hat und nur noch einen Schritt entfernt von der Champions League ist. Da war die Borussia zuletzt 1978, damals hieß der Wettbewerb noch Europapokal der Landesmeister. Kramer war der meistgefragte Spieler vor und nach dem Spiel. Er muss im Sommer zu seinem Stammverein Leverkusen zurückkehren, der nach dieser Niederlage wohl mit der Qualifikationsrunde vorliebnehmen muss. "Ich habe der Borussia sehr viel zu verdanken", sagte Kramer nach dem Spiel. Die Frage, ob seine Freude über den Sieg getrübt sei, stelle sich für ihn gar nicht. Und Herrmann entwischte wieder mal allen, legte Max Kruse das Führungstor auf und schoss mit seinem elften Saisontor das 2:0. Er dürfte bald sein erstes Länderspiel machen, auch wenn ihn Lucien Favre in 32 Liga-Spielen sage und schreibe 28-mal aus- oder einwechselte. Herrmann ist der Road Runner. Alle Leverkusener Versuche, seine Flügelläufe zu unterbinden, scheiterten wie die des Kojoten aus dem gleichnamigen Comic.