Die Schweizer Generalstaatsanwaltschaft hat bei ihren Untersuchungen zum Korruptionsskandal bei der Fifa weiteres Material aus der Zentrale des Weltfußballverbands beschlagnahmt. Die Fifa habe IT-Daten an die Ermittler ausgehändigt, teilte die Behörde am Mittwochabend mit. Erst zwei Wochen vor der Beweismittelsicherung war die Züricher Fifa-Zentrale durchsucht worden.

Im Zuge dessen hatte Generalstaatsanwalt Michael Lauber ein Strafverfahren rund um die Vergabe der Fußballweltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar eröffnet. Es bestehe der Verdacht auf kriminelle Misswirtschaft und Geldwäsche beim Vergabeprozess, hieß es.

Parallel dazu hat die US-Justiz gegen 14 Fußballfunktionäre Anklage wegen Korruption erhoben. Sieben von ihnen wurden bereits in Zürich festgenommen und müssen mit der Auslieferung rechnen. Nur wenige Tage nach seiner Wiederwahl als Fifa-Präsident kündigte Sepp Blatter seinen Rücktritt an. Die Schweizer Justizbehörden führen ihn nicht als Verdächtigen, doch haben ihn US-Justizermittler im Visier. 

Wegen des Korruptionsskandals verschiebt der Weltfußballverband außerdem sein Vergabeverfahren für die Weltmeisterschaft 2026. "Angesichts der Situation halte ich es für Unsinn, den Ausschreibungsprozess zum jetzigen Zeitpunkt zu beginnen", sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke am Mittwoch im russischen Samara. Ursprünglich war geplant, eine Entscheidung über den Austragungsort im Jahr 2017 zu treffen.