Dszenifer Marozsán, Deutschland

"Deutsche Frauen hoffen auf Marozsán" oder "DFB-Mädels zittern um ihren Einsatz". Schlagzeilen wie diese zeigen: Dszenifer Marozsán muss wichtig sein. Dass die 23-Jährige nach ihrer Sprunggelenksverletzung im Halbfinale gegen die USA am Mittwoch (ab 1 Uhr, live in der ARD) wohl auflaufen kann, wird der deutschen Mannschaft gut tun. Maroszán kann ein Spiel lenken und lesen, sie streichelt den Ball wie keine andere deutsche Spielerin. Sie bereichert das Spiel von Silvia Neid, das vorsichtig  formuliert eher auf Athletik und Pragmatismus angelegt ist, um Spielkultur – eine nicht unwichtige Komponente.

Marozsán, die Tochter eines ungarischen Nationalspielers, gilt seit Langem als Jahrhunderttalent. Und wie das mit Jahrhunderttalenten so ist: Manchmal kommt etwas dazwischen. Zwar debütierte sie schon mit 14 Jahren in der Bundesliga und war die jüngste Spielerin aller Zeiten. Zwar wurde sie U17-Europameisterin und U20-Weltmeisterin. Die Heim-WM 2011 aber, die ihr Durchbruch werden sollte, verpasste sie wegen einer komplizierten Knieverletzung.

Auch kurz vor dieser WM knickte sie im Training um, musste im ersten Gruppenspiel zusehen und wurde im Viertelfinale gegen Frankreich erst zur Halbzeit eingewechselt. Erst mit Marozsáns spielerischen Fähigkeiten schafften es die deutschen Frauen, gegen die starken Französinnen ein wenig durchzuatmen. Zur Heldin wurde Marozsán, als sie humpelnd – sie war wieder umgeknickt – einen Elfmeter verwandelte. 

Die US-Amerikanerin Alex Morgan © Kevin C. Cox/Getty Images

Alex Morgan, USA

Alex Morgan ist die bestverdienende Fußballerin der Welt. Sie ist die legitime Nachfolgerin der Fußball-Barbie Mia Hamm, die Frauenfußball in den neunziger Jahren in den USA populär machte. Sie ist mit einem Profikicker verheiratet, hat 1,79 Millionen Twitter-Follower und macht unter anderem Werbung für Fernsehgeräte, Cola, Telefonverträge, Versicherungen, Kopfhörer, Lippenpflegestifte und Tampons. Damit kommt sie auf geschätzte drei Millionen US-Dollar pro Jahr.

Das alles hat mit ihren fußballerischen Fähigkeiten zu tun. Sie ist schnell und entspannt vorm Tor, wie gemacht für den Hochgeschwindigkeitsfußball der US-Amerikanerinnen, die in diesem Turnier bislang enttäuschten. Morgan traf 54 Mal in 88 Länderspielen. Ihr Spitzname ist Baby Horse, was ihrem Laufstil geschuldet sein soll. Ihr Kommentar: "Ein Baby bin ich längst nicht mehr."

Morgans Popularität hat auch oberflächlichere Gründe. Bei ziemlich jedem Turnier wird sie von dubiosen Magazinen zur schönsten Fußballerin gewählt. Ein Image, das sie selbst befeuert. Vor zwei Jahren ließ sie sich zum Beispiel für die Swimsuit-Ausgabe der Sports Illustrated fotografieren. Ihre Mitspielerin Abby Wambach schoss übrigens 183 Tore in 247 Spielen. Sie verdient weniger als Morgan, hat nur 493.000 Twitter-Follower und ist mit einer Teamkollegin verheiratet.